Transfermarkt: Konkurrenz rüstet auf - Hamburger SV kann nur zusehen

Abstiegskampf in der Bundesliga: Konkurrenz rüstet auf - HSV kann nur zusehen

Neben Bayern München und Borussia Dortmund investierten vor allem die Kellerkinder der Bundesliga auf dem Winterbasar: Mit Millionentransfers wollen Köln, Bremen, Mainz, Stuttgart und Wolfsburg den Abstieg verhindern - nur der HSV blieb ungewohnt untätig.

Abstiegsangst macht spendabel: Werder Bremen schaltete auf den letzten Drücker voll in den Risikomodus, der VfL Wolfsburg klotzte mal wieder beherzt und auch alle übrigen Kellerkinder investierten Millionenbeträge auf dem Fußball-Winterbasar. Fast alle. Nur beim sonst so winteraktiven Hamburger SV blieb es selbst am hektischen "Deadline Day" ungewohnt ruhig. Die Hanseaten setzen im harten Klassenkampf auf eine Strategie ohne neuen Hoffnungsträger. Gezwungenermaßen - ohne eine erneute Finanzspritze von Milliardär Klaus-Michael Kühne war das Budget ausgereizt.

"Trotz der Transfers der Konkurrenz bin ich fest vom Klassenerhalt überzeugt, weil unsere Spieler noch Steigerungspotenzial haben", sagte Sportchef Jens Todt dem "Hamburger Abendblatt". Auch der neue Trainer Bernd Hollerbach hat ungebrochenes Vertrauen in den bestehenden Kader des Tabellen-17. Was bleibt den Machern des HSV auch anderes übrig?

Todts Anstrengungen liefen letztlich ins Leere. Insbesondere im Sturm sollte noch frisches Blut her - am Polen Lukasz Teodorczyk vom RSC Anderlecht bestand großes Interesse. Doch ohne Unterstützung von Anteilseigner Kühne gelang den Hamburgern, die im vergangenen Winter mehr als zehn Millionen Euro für die Rettung ausgegeben hatten, auf dem Transfermarkt kein Durchbruch mehr. Statt neue Hoffnung zu schöpfen, blieb vielen Fans nur der neidvolle Blick zu den Konkurrenten, die mächtig aufrüsteten.

Werder Bremen investiert viel Geld

Werder Bremen warf am letzten Tag des Tranferfensters die stark hanseatisch geprägte Klubstrategie ein gutes Stück um. Für Flügelflitzer Milot Rashica (7,5 Mio/Vitesse Arnheim) und Abwehrkante Sebastian Langkamp (2,5/Hertha BSC) ging Sportchef Frank Baumann ins finanzielle Risiko - denn ein Abstieg wäre noch einmal deutlich schwerer zu verkraften als die Anstrengungen für die Zugänge, die schon am Samstag bei Schalke 04 gefordert sein könnten. "Wir können uns das leisten", sagte Baumann und zeigte sich hochzufrieden.

Gleiches gilt für Olaf Rebbe, den Kadertüftler des finanziell üppig ausgestatteten VfL Wolfsburg. Um endlich aus der Gefahrenzone der Liga auszubrechen, griff der Manager tief in die Tasche. Angreifer Admir Mehmedi(8/Bayer Leverkusen) könnte bei fälligen Bonuszahlungen bereits der vierte zweistellige Millionentransfer der Wölfe in dieser Saison werden.

Diese finanzielle Potenz haben Wolfsburgs kommender Gegner VfB Stuttgart, der FSV Mainz 05 und auch das Liga-Schlusslicht 1. FC Köln nicht. Dennoch schafften es alle drei Klubs, ihre bislang strauchelnden Mannschaften umzubauen oder zu ergänzen.

Mainz lockte mit Anthony Ujah (3,8/Liaoning FC) und dem ablösefreien Nigel de Jong (zuletzt Galatasaray) prominente Profis nach Rheinhessen. Köln gelang mit der Verpflichtung von Simon Terodde vom VfB für drei Millionen Euro sogar ein Transfer, der sich bereits mit drei Toren ausgezahlt hat. Und auch die Schwaben landeten mit der Rückkehr von Nationalspieler Mario Gomez (3/VfL Wolfsburg) einen öffentlichkeitswirksamen Coup.

Dass die Kaderplanungen von Sportchef Michael Reschke vor dem Trainerwechsel von Hannes Wolf zu Tayfun Korkut beendet waren, ist allerdings unglücklich. "Wir haben immer betont, dass wir unserem Kader vertrauen und davon überzeugt sind, mit ihm unsere Ziele zu erreichen", sagte Reschke Stuttgarter Medien, nachdem er am Mittwoch tatenlos geblieben war.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Bernd Hollerbach

(sid)
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