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Borussia Dortmund: Tempo, Teamgeist, Lewandowski

Borussia Dortmund : Tempo, Teamgeist, Lewandowski

Borussia Dortmund muss den Ausfall von Mario Götze verkraften und setzt auf die Stärken, die schon in Hamburg zum Sieg führten. Der punktgleiche Tabellenführer FC Bayern München erinnert sich daran, dass die Meisterschaft das wesentliche Ziel bleiben muss.

Mit lauten Klagen hält Jürgen Klopp sich gar nicht erst auf. Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil der Dortmunder Trainer wahrscheinlich bis Ende März auf den Bundesliga-Spieler mit dem zweitbesten Notenschnitt der Hinrunde verzichten muss. Mario Götzes (19) junger Körper streikt, wegen einer Schambeinreizung fällt der Nationalspieler aus. "Er fehlt uns richtig", sagt Klopp, "aber wir müssen auch ohne ihn funktionieren."

Beim bemerkenswerten 5:1-Erfolg zum Rückrundenauftakt in Hamburg hat seine Mannschaft gezeigt, dass sie das kann. Auf die Stärken, die sie beim HSV bewies, wird sie im Wettlauf um die deutsche Meisterschaft setzen können. Klopp hat sein Team nicht nur zu einem Tempospiel erzogen, gegen das vor allen Dingen in der zurückliegenden Saison kaum mal ein Gegner ein taugliches Abwehr-Rezept fand und das zum Auftakt des neuen Fußballjahres richtig zum Tragen kam. Er kann auch darauf verweisen, dass seine Truppe eine im Profisport durchaus ungewöhnliche mannschaftliche Geschlossenheit anzubieten hat — auf dem Platz und im Privaten.

Aus diesem Mannschaftsgeist schöpfte der BVB im Meisterjahr die Kraft, langwierige Verletzungen ganz wesentlicher Spieler wie Shinji Kagawa und Nuri Sahin auszugleichen. Und genau das gibt dem Trainer nun die Hoffnung, dass Götzes Ausfall sein Team nicht vom Erfolgsweg abbringt.

Blaszczykowski bewirbt sich für mehr

Es wird ihn zusätzlich ermutigt haben, dass Jakub Blaszczykowski, der nicht immer in seiner unterdessen vierjährigen Zugehörigkeit zum Klub die eigenen Ansprüche mit entsprechenden Leistungen unterstrich, in Hamburg ein sehr brauchbarer Vertreter Götzes war. Er war Teil des Hochgeschwindigkeitsfußballs, mit dem der BVB den Gegner geradezu demontierte.

Die Basis für das schnelle Umschalten, das die Dortmunder besser als die meisten Konkurrenten beherrschen, ist "eine Abwehrarbeit, als wenn es kein Morgen gäbe", wie Klopp so gern sagt. Alle Spieler beteiligen sich daran — nicht nur die gelernten Abwehrkräfte. Die sind allerdings für sich schon außergewöhnlich stark — vor allem in der Innenverteidigung.

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Mats Hummels ist im Verein immer noch deutlich stärker als bei seinen Einsätzen in der Nationalmannschaft. Er konstruiert die Dortmunder Aktionen aus der Abwehr und ist spielerisch deutlich stärker als sein Nebenmann Neven Subotic. Falls einer der beiden ausfällt, steht in Felipe Santana ein beinahe gleichwertiger Ersatz zur Verfügung. Der Brasilianer könnte wahrscheinlich in jeder anderen Bundesliga-Mannschaft, einschließlich jener der Bayern, Ansprüche auf einen Stammplatz erheben.

Dortmunds wichtigster Spieler aber steht in vorderster Linie. Robert Lewandowski, der im vergangenen Jahr Anlaufschwierigkeiten hatte und am Dauertorschützen Lucas Barrios nicht vorbeikam, trifft mit schöner Regelmäßigkeit. Darüber hinaus ist er mit seinen technischen Fähigkeiten und dem Blick für die Nebenleute eine perfekte Station für die schnellen Angriffe des BVB.

Kein Wunder, dass sich die Dortmunder Funktionäre gegenseitig zu seiner Verpflichtung gratulieren. "Er war in Polen Torschützenkönig in der dritten Liga, in der zweiten Liga und in der ersten Liga. Einer wie er trifft überall", sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Inzwischen wissen das alle.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bundesliga 11/12: Hamburg - Dortmund

(RP/seeg/felt)