SV Werder Bremen kommt über 1:1 gegen VfB Stuttgart nicht hinaus

Bremen - Stuttgart 1:1 : Stuttgart erkämpft sich einen Achtungserfolg in Bremen

Dämpfer für Werder Bremens Europacup-Hoffnungen, Achtungserfolg für den VfB Stuttgart: Die ambitionierten Hanseaten und die schwer kriselnden Schwaben haben sich leistungsgerecht 1:1 (1:1) getrennt.

Während Werder im Tabellenmittelfeld hängenbleibt, darf der VfB um den zuletzt stark wackelnden Trainer Markus Weinzierl den Auftritt als Mutmacher werten.

"Ich habe immer noch gehofft, dass wir mal den Lucky Punch schaffen. Am Ende haben wir kaum noch etwas zugelassen", sagte Stuttgarts Mario Gomez, der beim Stand von 1:0 zwei große Chance vergeben hatte, bei Eurosport: "Wenn ich eine davon mache, steht es 2:0. Das tut mir leid für die Mannschaft. Insgesamt war es ein Schritt nach vorne. Der Punkt tut uns gut."

Der VfB erwischte in Bremen einen Blitzstart. Steven Zuber entwischte Werder schon Sekunden nach dem Anpfiff und vollstreckte völlig ungerührt zur frühen Führung (2.). Davy Klaassen traf für wütend anrennende Bremer kurz vor dem Halbzeitpfiff per Gewaltschuss zum 1:1 (45.) vor 41.000 Zuschauern.

Die Stuttgarter bleiben auf Relegationsrang 16, beendeten aber ihre Pleitenserie auf fremden Plätzen nach fünf Partien und zeigten kämpferisch eine ansprechende Leistung. Für Werder und Coach Florian Kohfeldt war es das vierte Unentschieden aus den vergangenen fünf Liga-Partien - zu wenig, um höher als auf Rang neun zu klettern.

Tabellenplatz, Statistiken, aktuelle Form - alles sprach vor dem Anpfiff für Werder. Doch das war nach der überraschenden Gästeführung erst einmal hinfällig. Stuttgart war sofort in der Partie und hätte erhöhen können. Ex-Nationalspieler Mario Gomez deckte mit dem Ball am Fuß die Geschwindigkeits-Defizite der grün-weißen Hintermannschaft auf, agierte aber frei vor Werder-Keeper Jiri Pavlenka zu kompliziert (9.).

Nicht nur aufgrund des Gegentores erwischte Werder einen völligen Fehlstart: Die Mannschaft von Kohfeldt fand zu Beginn nicht die richtige Einstellung zum Spiel, ließ immer wieder gefährliche Konter zu und agierte in der Defensive merkwürdig passiv. Erst der quirlige Milot Rashica sendete nach feinem Solo ein erstes echtes Lebenszeichen (15.), Startelf-Debütant Joshua Sargent wartete noch auf seine erste Abschlusschance.

Mitte der ersten Hälfte wurde der Druck der Bremer etwas höher, aber das Angriffsspiel blieb zunächst zu statisch. Die Stuttgarter Fünferkette um Weltmeister Benjamin Pavard stellte sich mit starkem Zweikampfverhalten den Angriffen der Gastgeber entgegen. Und der starke Winterzugang Ozan Kabak leitete sogar die Chance auf den zweiten Stuttgarter Treffer ein, doch erneut konnte Gomez nicht verwerten (44.). Werders Antwort tat dem VfB dann besonders weh.

Zu Beginn der zweiten Hälfte ging es munter hin und her, der VfB zeigte sich wieder häufiger in Werders Strafraum. Gomez war aber bei einer Kopfballablage zu uneigennützig (53.), kurz später wurde er für Anastasios Donis ausgewechselt. Auch Kohfeldt wollte seine Offensive beleben und brachte Super-Oldie Claudio Pizarro unter dem großen Jubel der Fans (61.). Als Sahin in der 71. Spielminute die Chance zur Führung ausließ, war alles für eine spannende Schlussphase angerichtet.

Statistik

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp, Moisander, Augustinsson - Sahin (72. Johannes Eggestein) - Maximilian Eggestein, Klaassen (84. Möhwald) - Kruse - Sargent (61. Pizarro), Rashica. - Trainer: Kohfeldt

Stuttgart: Zieler - Kabak, Pavard, Kempf (46. Gentner) - Beck, Castro, Emiliano Insua - Ascacibar, Zuber (81. Badstuber) - Esswein, Gomez (58. Donis). - Trainer: Weinzierl

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Tore: 0:1 Zuber (2.), 1:1 Klaassen (45.)

Zuschauer: 41.000

Beste Spieler: Gebre Selassie, Rashica - Kabak, Pavard, Zuber

Gelbe Karten: Moisander (3) - Kabak (3), Zieler (3), Donis (4)

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