Stefan Effenberg wünscht Borussia Mönchengladbach den Titel und kritisiert Bayern München

Harsche Kritik vom KFC-Manager an Ex-Klub Bayern : Effenberg wünscht Gladbach den Titel

Stefan Effenberg hat Bayern Münchens Trainer Hansi Flick den Rücken gestärkt, aber die Mannschaft in die Pflicht genommen und die Verantwortlichen des Rekordmeisters hart kritisiert. Borussia Mönchengladbach wünscht er die Meisterschaft von ganzem Herzen.

Stefan Effenberg hat in der Talkrunde Doppelpass bei Sport1 Borussia Mönchengladbach gute Chancen auf den Titelgewinn eingeräumt. „Ich wünsche mir aus ganzem Herzen, dass Borussia Mönchengladbach nach 25 Jahren wieder einen großen Titel gewinnt“, sagte der ehemalige Nationalspieler, der jetzt Manager des Drittligisten KFC Uerdingen ist. Die Borussen seien nicht der Top-Favorit, wohl aber ein Mit-Favorit.

Die Fohlen-Elf spiele nicht nur guten Fußball, sondern im ganzen Verein stimme es. „Sie haben eine herausragende Einkaufspolitik gemacht, die Fans sind euphorisch und im Verein herrscht Ruhe.“ All das seien gute Voraussetzungen. Und schon jetzt Verträge von Spielern zu verlängern, sei genau richtig: „Das ist ein klares Zeichen: Wir sind ein Team und halten zusammen“, sagte Effenberg, der selbst 216-mal im Borussia-Trikot auflief.

Weniger positiv kam Bayern München weg. Die Bayern sollten jetzt bis zum Sommer mit Hansi Flick weiterarbeiten. Eine Garantie dafür, dass der Trainer der Richtige ist, gebe es nie. „Bei Carlo Ancelotti hat man auch gedacht, er sei der Richtige“, sagte Effenberg. Niko Kovac habe überragende Arbeit geleistet, trotz aller Störfeuer und Probleme. „Die entscheidende Frage ist: Hat Hansi Flick die hundertprozentige Rückendeckung von oben?“

Die Bayern-Führung bekam aber nicht nur in der Trainerfrage, sondern auch in puncto Einkaufspolitik ihr Fett weg. Ein Torjäger wie Timo Werner passe in jede Mannschaft. Wenn so ein Spieler zu haben sei, müsse man zuschlage. „Sie haben es verpennt“, sagte Effenberg. Jetzt hätten die Münchner vor allem ein Problem: „Die Abhängigkeit von Lewandowski ist zu groß.“

Aber nicht nur die Führung habe Fehler gemacht. „Die Spieler auf dem Platz sind verantwortlich, nicht der Trainer“, sagte Effenberg. „Man muss auch mal ein 1:1 verwalten und einen Punkt mitnehmen.“ Es sei ein taktischer Fehler, in der 90. Minute so offen zu sein, wenn man so langsame Spieler habe.

Aber auch Borussia Dortmund sieht Effenberg als Mitfavorit. „Vielleicht war das 5:0 gegen Fortuna Düsseldorf der Brustlöser“, sagte Effenberg. „Sie haben all das Negative schon hinter sich. Und vielleicht haben sie aus der vergangenen Saison gelernt.“