SpoBis in Düsseldorf: Matthias Sammer fordert mehr Individualität

Matthias Sammer warnt die Liga : „Der deutsche Fußball hat Identität verloren“

Matthias Sammer findet, dass die Bundesliga eine schwierige Phase durchlebt. Der Europameister von 1996 fordert mehr Individualität.

Der ehemalige Europameister Matthias Sammer sieht den deutschen Fußball in einer schwierigen Phase. „Du brauchst immer eine Identität. Und ich hatte den Eindruck, dass der deutsche Fußball seine Identität verloren hat“, sagte er beim Branchenkongress SpoBis in Düsseldorf mit Blick auf das WM-Debakel des DFB-Teams 2018 und die zuletzt schwache Europapokal-Bilanz der Bundesligisten in den vergangenen Jahren. „Aktuell laufen wir der Musik hinterher, sowohl bei der Nationalmannschaft als auch auf der Klubebene.“

Der deutsche Fußball sei immer geprägt gewesen „von Siegermentalität, nie aufgeben“, meinte der Berater des Bundesliga-Tabellenführers Borussia Dortmund. Dazu müsse der Fußball „mit individueller Klasse und Raffinesse gespickt sein“, forderte er.

Beim EM-Gewinn 1996 habe es immer geheißen, der „Star ist die Mannschaft“. Doch das lehnte der frühere Sportvorstand des FC Bayern München ab: „Das macht das Individuelle kaputt. Die besten Mannschaften sind geprägt von den besten Einzelspielern, Teamplayern und den Anführern - da brauchst du eine gute Mischung.“ Der Einzelne mache die Mannschaft gut. Der deutsche Fußball sei ganz gut aufgestellt, „doch wir haben noch so, so viel Potenzial. Auch im Verband, wo wir Fußball-Kompetenz brauchen.“

(sef/dpa)
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