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Sky, Dazn, Magenta Sport: Werden Pay-TV-Kunden nach der Corona-Absage entschädigt?

Nach der Corona-Absage : Werden Pay-TV-Kunden entschädigt?

Aufgrund der Corona-Ausbreitung läuft aktuell kein Live-Sport im TV oder Stream. Wie reagieren die Anbieter? Sky bittet seine Kunden um Geduld, Magenta Sport erstattet einen Monatsbeitrag, Dazn versucht ein Alternativprogramm auf die Beine zu stellen.

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat die Sportwelt praktisch zum Erliegen gebracht. Kein Sport bedeutet auch: keine Live-Sportübertragungen im Fernsehen oder Internet. Abonnenten von Anbietern wie Sky, Dazn oder Magenta Sport gucken daher aktuell in die Röhre. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wie geht es für die Pay-TV-Anbieter und ihre Kunden weiter, wenn auf absehbare Zeit kein Live-Sport gezeigt werden kann?

Der Bezahlsender Sky, der auf seinem Programmen aktuell Dokumentationen und Wiederholungen alter Fußballpartien zeigt, hielt sich mit einer möglichen Entschädigung für seine zahlenden Kunden noch zurück: „Wir bitten um Verständnis, dass wir individuelle Vertragsanliegen, die mit der Verschiebung der Sportveranstaltungen zu tun haben, noch nicht beantworten können. Wir werden uns mit allen betroffenen Kunden dazu demnächst in Verbindung setzen“, hieß es in einem Sky-Statement. Jacques Raynaud, Sport- und Vermarktungs-Chef bei Sky, verwies darauf, dass die Spiele zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgesagt, sondern nur auf einen späteren Zeitpunkt verlegt worden sind: „Eine Reihe von Sportveranstaltungen wurde verschoben, aber nicht abgesagt, so dass wir erwarten, diese, wenn sie neu terminiert worden sind, zeigen zu können.“

Bis dahin wird der Sender versuchen ein Alternativprogramm auf die Beine zu stellen: „Wir werden auf unseren Sportkanälen ein vollständiges Programm mit Dokumentarfilmen, Programmen in Spielfilmlänge und Archivmaterial anbieten, um die verschobenen Live-Events zu ersetzen“, teilte Sky mit. Es gebe auch Kooperationen mit Sportverbänden, „um neue Formen von Inhalten zu finden, die wir unseren Kunden auf diesen Kanälen zur Verfügung stellen können.“

Streaminganbieter Dazn könnte von der aktuellen Ausnahmesituation und dem Wegbrechen ihres Live-Sport-Angebotes hart getroffen werden. Anders als Konkurrent Sky, der seine Kunden mit Ein- oder Zwei-Jahres-Abos bindet, ist das Abonnement bei Dazn monatlich kündbar. Außerdem haben Kunden die Möglichkeit ihr Abo für vier Monate zu pausieren. In einem offiziellen Statement ließ der Streaminganbieter verlauten: „Wir stehen täglich in Kontakt mit Rechteinhabern und Partnern, um die Auswirkungen des Virus auf unsere Branche, unseren Service und unsere Kunden zu verstehen und zu bewältigen. Da sich die Situation schnell weiterentwickelt, werden auch wir weiterhin die offiziellen Ratschläge genau befolgen und die Gesundheit und das Wohlbefinden der Fans, Athleten und Mitarbeiter über alles stellen.“

Bis dahin wird sich Dazn verstärkt auf Dokumentationen und weitere Produktionen auf seiner Seite fokussieren. Dazu gehört die „Making of“-Reihe, in der die Werdegänge von Neymar, Cristiano Ronaldo und Jose Mourinho gezeigt werden, die „24/7“-Doku über den 1. FC Köln und die „Classic Moments“, die alle Champions-League-Endspiele seit 1993 in einem 15-minütigen Video zusammenfassen. Auch abseits der Fußball-Inhalte stellt der Streaminganbieter weitere Produktionen zur Verfügung: Darunter Dokumentationen über die deutschen Basketballspieler in der NBA oder die „Classic-Moments“ aus dem US-Sport, die zeitnah online gehen sollen. Ob Kunden dennoch eine Entschädigung erhalten, wolle das Unternehmen zudem noch prüfen.

Am Wochenende konnte Dazn immerhin auf etwas Live-Sport zurückgreifen und zeigte die PDC Darts Player Championship – natürlich ohne feierndes Publikum im Hintergrund der Spieler. Ansonsten war das Spiel zwischen Melbourne City und den Western Sydney Wanderers aus der australischen Fußballliga, die FIA World Rally Championship aus Mexico und Kämpfe der Ultimate Fighting Championship im Mixed-Martial-Arts zu sehen. Darüber hinaus hat auch Dazn einige Dokumentationen im Angebot.

Bereits am Freitag hatte die Deutsche Telekom gute Nachrichten für seine Magenta-Sport-Kunden: „Wir können leider den Fans nicht wie gewohnt packenden Live-Sport zeigen. Daher werden wir allen Kunden zunächst den Abopreis für einen Monat erstatten“, sagte Henning Stiegenroth, Leiter Content und Sponsoring der Telekom. Über den Streamingdienst zeigt die Telekom unter anderem die Spiele der Deutschen Eishockey Liga, der Deutschen Basketball Bundesliga, sowie die 3. Fußball-Bundesliga.

(mit dpa)