Spiel und Robben verloren: Schwarzer Samstag für die Bayern

Spiel und Robben verloren: Schwarzer Samstag für die Bayern

München (RPO). Schlimmer hätte der 28. Spieltag für den FC Bayern München nicht laufen können. Erst verlor der Rekordmeister gegen den VfB Stuttgart die zweite Bundesliga-Partie in Folge mit 1:2, dann eroberte Schalke durch ein 2:0 in Leverkusen die Tabellenführung. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Superstar Arjen Robben und fällt womöglich aus.

"Es tut sehr weh", sagte Trainer Louis van Gaal passend dazu nach einer vollkommen gerechtfertigten Niederlage gegen den VfB Stuttgart mit einer Leidensmiene. Van Gaal und den FC Bayern schmerzte nicht nur die erste Heimniederlage dieser Saison, die zugleich die zweite in Folge in der Bundesliga nach dem 1:2 bei Eintracht Frankfurt war. Bitter ist auch: Zumindest im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Manchester United am kommenden Dienstag (20.45 Uhr/Live-Ticker) droht Erfolgsgarant Arjen Robben verletzt auszufallen.

"Es wird sehr schwierig. Wir hoffen, das es reicht", sagte van Gaal zu den Chancen von Robben, der sich in der Schlussphase des Spiels gegen den VfB eine Zerrung in der linken Wade zuzog. Der Flügelflitzer war gemeinsam mit seinem vermeintlich kongenialen Partner Franck Ribery erst in der 46. Minute eingewechselt worden, allerdings konnten beide dem Spiel der Gastgeber keine Impulse verleihen.

Nach einer trägen Anfangsphase war der FC Bayern durch Ivica Olic zunächst (32.) sogar in Führung gegangen. Doch dann fälschte Holger Badstuber unglücklich und unhaltbar für Torhüter Jörg Butt einen Schuss des starken Christian Träsch ab (41.). Und als Robben und Ribery noch nicht mal auf Betriebstemperatur waren, köpfte der geistesgegenwärtige Ciprian Marica schon den Siegtreffer (50.).

"Natürlich haben wir davon profitiert, dass der Gegner müde war und schon an die Champions League gedacht hat", sagte der Stuttgarter Trainer Christian Gross nach dem ersten Sieg des VfB in München seit zehneinhalb Jahren. Van Gaal sagte dazu nichts, aber erkennbar war allemal, dass dem FC Bayern nach den 120 Minuten im Pokal bei Schalke 04 (1:0 n.V.) die geistige Frische fehlte.

Zwei Siege aus sechs Spielen

Ohnehin schwächelt der FC Bayern seit Wochen: Von seinen vergangenen sechs Pflichtspielen hat er lediglich zwei gewonnen. Noch ist nichts verloren: Im DFB-Pokal stehen die Münchner nach dem Geniestreich von Robben gegen Schalke im Finale; in der Bundesliga haben sie an den kommenden beiden Samstagen bei den Konkurrenten Schalke 04 und Bayer Leverkusen ihr Schicksal selbst in der Hand.

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Gegen Stuttgart ließ der FC Bayern aber auch nicht erkennen, wie er am Dienstag gegen Manchester United bestehen will. Das lag unverkennbar an der eigenen geistigen Trägheit, die sich in einem deutlichen Mangel an zündenden Ideen äußerte. Das lag auch daran, dass Robben und Ribery ihre individuelle Klasse nicht auspielen konnten - ein anderer Münchner aber auch nicht.

Die Vorbereitung auf das Spiel am Dienstag wird nach der Niederlage noch schwieriger werden, befürchtet van Gaal. "Jetzt kostet es noch mehr Energie." Auch Philipp Lahm bekannte: "Es ist schwer zu verarbeiten, wenn man einen Rückschlag in der Bundesliga erleidet. Aber am Dienstag ist ein neues Spiel, die Champions League ist etwas Besonderes."

Es lag auch am VfB Stuttgart, dass die Münchner am Samstag nicht richtig in Schwung kamen. "Es ist immer schwierig gegen eine Mannschaft, die gut verteidigt", sagte van Gaal, und er meinte das respektvoll. Doch die Schwaben behaupteten außerdem den Ball sehr gut, und Sportvorstand Horst Heldt durfte anschließend verkünden: "Aufgrund der klareren Torchancen war der Sieg verdient."

"Sieg des Charakters"

Der Sieg, betonte Trainer Gross ein wenig stolz, sei auch ein "Sieg des Chakters" gewesen. Kurios dabei: Die Stuttgarter wurden besser, nachdem Nationalspieler Sami Khedira in der 34. Minute mit Verdacht auf eine schwere Knieverletzung vom Feld musste. Für ihn wechselte Gross den serbischen Nationalspieler Zdravko Kuzmanovic ein. "Mit ihm kam mehr Ruhe in unser Spiel", sagte der Trainer.

Nach der Demütigung in der Champions League gegen den FC Barcelona haben sich die Stuttgarter als mental erstaunlich robust erwiesen und in der Bundesliga zweimal in Folge gewonnen. Der VfB schielt nach wie vor auf Rang sechs, der diesmal wahrscheinlich zur Teilnahme an der Europa League reicht. "Wir haben", sagte Gross dazu, "einen großen Schritt nach vorne gemacht."

(SID/seeg)