SC Freiburg gegen Werder Bremen: Nils Petersen bringt Christian Streich ins Schwärmen

Freiburg holt Last-Minute-Punkt in Bremen : Doppelpacker Petersen bringt Werder in de Bredouille

Werder Bremens Sportchef Frank Baumann und Trainer Florian Kohfeldt redeten nach dem ärgerlichen 2:2 gegen den SC Freiburg Tacheles. Christian Streich schwärmte unterdessen von Doppelpacker Nils Petersen.

Nils Petersen freute sich diebisch über seine große Show im alten Wohnzimmer. "Das sind Spiele, von denen man vorher träumt", sagte der Doppelpacker des Überraschungsteams SC Freiburg nach seinem Last-Minute-Treffer zum 2:2 (1:1) bei Werder Bremen. Trainer Christian Streich war verzückt, bei seinem Ex-Klub regierte dagegen der Frust.

Petersen, mit Freiburg immer noch in der Spitzengruppe, machte seinen früheren Kollegen Mut. "Genug Qualität" habe Werder, um das Ergebnisloch nach fünf Unentschieden in Serie zu verlassen, sagte der 30-Jährige. Doch die warmen Worte konnten die Stimmung bei den Grün-Weißen nach verlorenen zwei Punkten nicht besänftigen. An der Weser ist erst einmal Schluss mit der Harmonie. Sportchef Frank Baumann und Trainer Florian Kohfeldt redeten Tacheles.

"Wir sollten nichts schönreden, wir haben zu wenig Punkte", sagte Kohfeldt frustriert von Petersens Kopfballtreffer in der Nachspielzeit (90.+3): "Das sage ich bewusst, damit alle wach werden. Das kommt nicht von alleine, da muss man dranbleiben."

Zuvor hatte sich auch Baumann schon genervt gezeigt von der Punkteteilung in Überzahl, SCF-Profi Jannik Haberer hatte in der 88. Minute Gelb-Rot gesehen. "Es ist zu wenig für unsere Ansprüche", sagte Baumann: "Nur mit Unentschieden werden wir große Probleme kriegen."

Werders Verantwortliche nahmen die Mannschaft deutlich in die Pflicht. Als aktueller Tabellenzwölfter mit nur elf Punkten laufen die Hanseaten ihrer Zielsetzung Europapokalplatz deutlich hinterher. Es fehlt an der nötigen Konsequenz. Gegen Freiburg brachte Werder eine zweimalig Führung nach Toren von Milot Rashica (9.) und Theodor Gebre Selassie (59.) nicht über die Runden, weil Petersen die Fehler des Gegners zweimal eiskalt ausnutzte. Erst den Patzer von Keeper Jiri Pavlenka (28.), dann setzte er sich kurz vor dem Abpfiff nach einem Freistoß gegen Ömer Toprak durch.

"Ich bin mega unzufrieden, weil wir nicht lernen", sagte Kohfeldt: "Wir sind in Überzahl und kloppen jeden Ball hinten raus." Sein Gegenüber Christian Streich war umso begeisterter von der Moral seiner Mannschaft. Und von Punktegarant Petersen. "Das ist dann schon Qualität und für Ömer schwer zu verteidigen", sagte Streich, der trotz der bislang starken Saison weiter Bodenhaftung anmahnt.

Das ist allerdings gar nicht nötig. Seine Mannschaft ist weit davon entfernt, vom Europacup zu träumen, obwohl sie eine Prüfung nach der nächsten besteht. "Vor zwei Wochen hieß es, dass jetzt die Topgegner kommen. Jetzt haben wir schon wieder vier Punkte mehr", sagte Petersen: "So blöd es klingt - das A und O ist es aber immer noch, drei Mannschaften hinter sich zu lassen."

(lt/sid)
Mehr von RP ONLINE