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Borussia Mönchengladbach: Ring: schweigend selbstbewusst

Borussia Mönchengladbach : Ring: schweigend selbstbewusst

Nicht sehen, nicht hören, nicht sprechen. So ungefähr dürfte das Motto Alexander Rings gelautet haben, als er am Dienstag in die Kabine des Bremer Weserstadions schlich.

Das Trikot über den Kopf gezogen, der Blick ins Leere. Der 21-Jährige war es, der die große Chance hatte, für Borussia den Siegtreffer gegen Werder erzielen. Doch Ring traf die Latte. Und weil er sich so sehr über seine vergebene Chance ärgerte, verpasste er den abprallenden Ball. Doppeltes Pech.

Auch in den Tagen nach dem Spiel ist der junge Finne nicht sonderlich auskunftsfreundlich. "Nee, keine Lust", sagt er, während er Richtung Kabine am Borussia-Park schlurft. Sowieso sind Gespräche mit dem Jungnationalspieler nicht so einfach. "Muss ich darauf antworten?" ist einer seiner Lieblings-Sätze. Man könnte es ihm als Arroganz auslegen. Wohlwollend wäre es eine Art der Unsicherheit.

Eine Unsicherheit, die jedoch nicht mit seinem an den Tag gelegten Selbstvertrauen korrespondiert. "Ich bin hier nicht hergekommen, um mir das alles nur anzugucken", sagte Ring bei seiner Präsentation. Um dann doch erst mal lange auf der Bank zu sitzen. Zu ein paar Kurzeinsätzen hat es bislang gereicht, in denen sich jedoch die Qualität des jungen Mannes offenbart. Er ist schnell, zweikampfstark und extrem einsatzfreudig.

Sein Trainer, Lucien Favre, sieht ihn auf den Flügeln im Mittelfeld. Er selbst fühlt sich im defensiven Bereich eher aufgehoben. "Ich werde nie einer sein, der mit Toren ein Spiel alleine entscheiden kann. Ich gewinne Zweikämpfe im Mittelfeld."

Dort, wo Roman Neustädter spielt, der Borussia im Sommer jedoch verlassen wird. Oder Tobias Marx, der nun aufgrund seiner Meniskusverletzung bis zum Saisonende ausfällt. Des einen Pech könnte nun Rings Glück sein. Vielleicht kommt er bis zum Saisonende noch einmal auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Denn dort, sagt er, wie immer recht selbstbewusst, "will ich in Zukunft am liebsten spielen".

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(RP/rl/seeg/top)