Rennen um internationale Plätze: Hoffen auf Triumph und Absturz von Frankfurt

Das Rennen um Europa : Hoffen auf Triumph und Absturz der Eintracht

Nach dem Sieg des VfL Wolfsburg bei der TSG Hoffenheim sind die Konkurrenten um einen Platz im Europacup ganz eng zusammengerückt.

Das Verhalten der Konkurrenten gegenüber Eintracht Frankfurt ist ambivalent. Wenn es nach den Rivalen des Pokalsiegers im Kampf um die Europacup-Plätze geht, sollten die Hessen auf der einen Seite am besten alles verlieren - und auf der anderen alles gewinnen. Sie soll also wieder einmal launisch sein, die Diva vom Main - darauf hoffen spätestens nach dem Sieg des VfL Wolfsburg bei der TSG Hoffenheim (4:1) gleich fünf Fußball-Bundesligisten.

Die Eintracht nimmt vor den ausstehenden drei Spieltagen in jedem Fall die Schlüsselrolle in dem engen Rennen ein. Im Idealfall für die Konkurrenz gewinnen die Frankfurter die Europa League und werden in der Liga noch vom vierten auf den achten Platz durchgereicht. Sollte dieses Szenario eintreten, wäre die Bundesliga in der kommenden Spielzeit mit fünf Teams in der Champions League und mit drei Mannschaften in der Europa League vertreten.

Ein internationaler Triumph der Frankfurter (54 Punkte) bei gleichzeitigem Absturz auf nationaler Ebene käme bei Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen (beide 51), Hoffenheim (50), Wolfsburg (49) und Werder Bremen (46) gut an. Selbst die Eintracht, die am Donnerstag im Halbfinal-Hinspiel auf den sechsmaligen englischen Meister FC Chelsea trifft (21.00 Uhr/RTL und DAZN), könnte als Königsklassen-Starter sehr gut damit leben.

"Ich traue Frankfurt den Gewinn der Europa League in jedem Fall zu", sagte Hoffenheims scheidender Trainer Julian Nagelsmann, der seinen Klub zum Abschied am liebsten noch einmal in die Champions League führen würde. Die herbe Pleite gegen Wolfsburg nach zuvor vier Siegen in Folge hat den 31-Jährigen allerdings ernüchtert: "Wenn wir so spielen, kommen wir da nicht hin - dann sind wir dem auch nicht würdig."

Wer der Königsklasse würdig ist, wird sich schon am kommenden Spieltag zeigen. Dann muss Hoffenheim in Gladbach und Frankfurt in Leverkusen antreten. "Nächste Woche ist noch mehr Druck auf dem Kessel", prophezeite Nagelsmann.

Der TSG-Coach ist allerdings nicht der einzige Trainer, der zum Abschied etwas beweisen möchte. Fast noch mehr Ehrgeiz dürften Bruno Labbadia (Wolfsburg) und Dieter Hecking (Gladbach) entwickeln. Schließlich gehen die beiden im Gegensatz zu Nagelsmann nicht freiwillig.

Vor allem Labbadia, der mit seiner Mannschaft gegen den Vorletzten 1. FC Nürnberg ran muss, ist hochmotiviert. Das verriet der Jubel des 53-Jährigen nach dem Erfolg in Sinsheim. "Das war ein richtig geiler Sieg für uns", frohlockte der Trainer, der den Rechenschieber aber zumindest öffentlich noch nicht auspacken wollte: "Wir dürfen uns von dem Ganzen überhaupt nicht durcheinander bringen lassen."

Das verlangt auch der Frankfurter Torwart Kevin Trapp von seinen Teamkollegen. "Wir können in den nächsten Wochen Geschichte schreiben oder uns alles nehmen lassen", sagte der 28-Jährige, der die Zeichen der Zeit erkannt hat. Denn obwohl die Eintracht mit Blick auf die Punkte die besten Karten in der Hand hält, sind die 45 Pflichtspiele nicht spurlos an den Profis vorübergegangen.

Der Mannschaft, die nur zwei Zähler aus den vergangenen drei Partien geholt hat, scheint in der entscheidenden Phase der Saison die Luft auszugehen. Grundsätzlich freut das die Konkurrenz - die dennoch am Donnerstag die Daumen drückt.

(eh/sid)
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