Relegation 2018/19: VfB Stuttgart spielt im Hinspiel 2:2 gegen FC Union Berlin

Union vor Relegations-Rückspiel : „Das Stadion wird beben“

Der VfB Stuttgart und Union Berlin haben sich im Hinspiel der Bundesliga-Relegation 2:2 getrennt. Entsprechend selbstbewusst gehen die Berliner in das Rückspiel.

Dem ambitionierten VfB Stuttgart droht nach 1975 und 2016 der dritte Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Die krisengeplagten Schwaben kamen im Relegations-Hinspiel gegen den Zweitligadritten Union Berlin nicht über ein mageres 2:2 (1:1) hinaus. Der VfB steht nun im Rückspiel am Montag (20.30 Uhr/Eurosport-Player) im Stadion an der Alten Försterei gegen den heimstarken Kultklub noch mehr unter Druck.

"Das ist kein Traumergebnis. Aber wir sind heute noch nicht abgestiegen", sagte VfB-Kapitän Christian Gentner bei Eurosport. "Wir haben uns mehr vorgestellt", monierte auch Mario Gomez, "wir müssen hinten einfach stabiler stehen."

Gentner (42.) erzielte in einer umkämpften Partie vor 58.619 Zuschauern die Führung. Die Freude währte jedoch nur 87 Sekunden, denn Suleiman Abdullahi glich mit der ersten Aktion nach dem Anstoß aus. Joker Gomez (51.) brachte den VfB wieder nach vorne, ehe Marvin Friedrich (68.) erneut ausglich.

"Wir haben alles reingeschmissen und ein wirklich gutes Ergebnis geholt. Wir freuen uns auf das Heimspiel, das Stadion wird beben", sagte Union-Kapitän Christopher Trimmel.

Die Statistik spricht immerhin für den VfB, der bei einem Absturz rund 15 Millionen Euro alleine an Fernsehgeldern verlieren würde. In bislang 20 Relegations-Duellen seit 1981 hat sich der Zweitligist nur fünfmal durchsetzen können, zuletzt war dies 2012 Fortuna Düsseldorf gelungen.

Sein Team, das in der Liga zuletzt einen Aufwärtstrend zeigte, habe "Bock auf das Spiel", sagte VfB-Coach Nico Willig kurz vor der Partie. Dies wurde schnell deutlich. Allerdings war auch der Druck, den Bayern-Trainer Niko Kovac unlängst gar als "unmenschlich" bezeichnet hatte, spürbar.

Den Aktionen des VfB fehlte bei allem Bemühen die Präzision. Auch spielerische Elemente kamen zu kurz. So profitierten die Stuttgarter bei der ersten nennenswerten Möglichkeit von einem Fehler von Manuel Schmiedebach. Anastasios Donis scheiterte jedoch an Rafal Gikiewicz (7.).

Ansonsten fehlten sehenswerte Offensivaktionen. Union hielt humorlos dagegen und konnte sich so immer wieder Luft verschaffen. Gefahr ging von den "Eisernen" aber bis zur 21. Minute nicht aus: Dann zwang Sebastian Andersson VfB-Keeper Ron-Robert Zieler zu einer Glanzparade.

Union wurde nun mutiger. Der VfB hatte weitgehend Probleme, den Zweitligisten in Verlegenheit zu bringen - bis der auffällige Donis durchstartete und Gentner zur Führung bediente. Doch der Schock durch den Ausgleich von Abdullahi, der Emiliano Insua ins Leere laufen ließ, folgte prompt.

Willig reagierte und brachte Gomez für den enttäuschenden Daniel Didavi. Der 33-Jährige verpasste kurz darauf erst knapp, ehe er unter Mithilfe von Friedrich die erneute Führung erzwang. Die Einwechslung des Stürmers brachte kurzzeitig etwas mehr Schwung ins VfB-Spiel. Union wackelte, kämpfte sich aber wieder zurück.

Und wurde belohnt: Nach einer Ecke kam Friedrich unbedrängt zum Kopfball und traf per Aufsetzer. Mit weiteren Glanztaten gegen Andersson (78./90.+3) musste Zieler Schlimmeres verhindern, da die VfB-Defensive immer wieder ins Schwimmen geriet.

Statistik

Stuttgart: Zieler - Pavard, Kabak, Kempf, Emiliano Insua - Castro, Gentner - Didavi (46. Gomez), Akolo (73. Zuber), Gonzalez (82. Esswein) - Donis. - Trainer: Willig

Berlin: Gikiewicz - Trimmel, Friedrich, Parensen, Reichel - Schmiedebach (84. Kroos) - Prömel, Zulj - Abdullahi (80. Gogia), Hartel (60. Mees) - Andersson. - Trainer: Fischer

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Tore: 1:0 Gentner (42.), 1:1 Abdullahi (43.), 2:1 Gomez (51.), 2:2 Friedrich (68.)

Zuschauer: 58.619 (ausverkauft)

Beste Spieler: Donis, Zieler - Andersson, Friedrich

Gelbe Karten: Kempf - Trimmel, Kroos

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