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Omikron-Welle bedroht den Spielbetrieb der Fußball-Bundesliga

Omikron-Welle türmt sich auf : Profi-Spielbetrieb der Fußball-Bundesliga akut bedroht

Der Profifußball will bei der Corona-Regelanpassung erst zukünftig reagieren, doch die Gegenwart wird immer bedrohlicher. Sollten die dramatischen Prognosen der WHO eintreffen, ist der Spielbetrieb der Bundesliga akut gefährdet.

Der alarmierte Profifußball spielt auf Zeit, doch der Abpfiff ist schon bedrohlich nahe. Nach der düsteren Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem dazu passenden Rekord bei den Corona-Neuinfektionen ist der Spielbetrieb im Profisport mit der Fußball-Bundesliga an der Spitze akut gefährdet.

Denn sollte die WHO Recht behalten und die Hälfte der europäischen Bevölkerung tatsächlich bis März mit der Omikron-Variante infiziert worden sein, betrifft das eben auch die Profisportler - trotz der hohen Impfquote, die im Profifußball laut offiziellen Angaben bei 90 Prozent (70 Prozent davon "geboostert") liegt. Dass unter diesen Voraussetzungen durchgehend gespielt werden kann, erscheint kaum möglich.

Wie ernst die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Lage bewertet, zeigte sich in den vergangenen Wochen immer wieder. Mehrmals mahnten die Liga-Verantwortlichen die Klubs bei Veranstaltungen oder schriftlich zu großer Vorsicht und zur strikten Einhaltung aller Hygieneregeln, um die Saison nicht zu gefährden.

"Ziel von DFL und Klubs ist selbstverständlich weiterhin, den Spielbetrieb im anvisierten Zeitrahmen durchzuführen", sagte DFL-Direktor Ansgar Schwenken am Mittwoch auf bundesliga.de: "Wir beobachten und analysieren intensiv, welche Herausforderungen die Omikron-Variante noch mit sich bringen wird."

Schließlich legt die WHO-Hochrechnung nahe, dass die jüngsten Urlaubs-Infektionen der Profis nur ein Vorgeschmack auf das bevorstehende Szenario waren. Und bereits diese Fälle sorgten für massive Unruhe bei den Klubchefs sowie eine Beinahe-Absage des Rückrundenstarts zwischen Bayern München und Borussia Mönchengladbach (1:2).

Dass in der Folge über nicht mehr zeitgemäße Regeln und Wettbewerbsverzerrungen diskutiert wurde, rief auch das DFL-Präsidium um deren neue Chefin Donata Hopfen auf den Plan. Doch das Gremium erwägt erst zur kommenden Spielzeit eine Anpassung der Absage-Bestimmungen an die Pandemie.

"Von einer unterjährigen Änderung der Regelung noch während der laufenden Saison wird mit Blick auf die Integrität des Wettbewerbs zum gegenwärtigen Zeitpunkt abgesehen", ließ die DFL wissen. Die mit Vertretern von zehn Klubs besetzte "Kommission Fußball" soll Vorschläge für eine Anpassung der zuletzt am 14. Mai 2020 ergänzten Regelung erarbeiten.

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Vor allem die Definition von und der Umgang mit Langzeitverletzten stehen auf dem Prüfstand. Derzeit kann ein Spiel nur verlegt werden, wenn einem Team weniger als 15 Spieler zur Verfügung stehen. Verletzte und auch gesperrte Akteure gelten als spielfähig, um "taktische" Blessuren oder Karten zu verhindern.

Grundsätzlich erscheint die Coronalage bei den Klubs noch diffus. Neue Infektionen werden ebenso registriert wie die Rückkehr genesener Spieler. Dass die Meldungen bald deutlich in den negativen Bereich rutschen könnten, treibt die Bosse um.

"Corona hat in jedem Fall Einfluss auf den Wettbewerb", sagte Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic von Hertha BSC der Sport Bild: "Ich hoffe nicht, dass man am Ende davon reden muss, wer im Januar oder Februar besser durchgekommen ist."

Auch der kaum existente Transfermarkt wird von der Angst vor einer ausufernden Omikron-Welle geprägt. "Die möglichen Ausfälle durch Corona-Infektionen sind ein Gesichtspunkt, der das Transferfenster mitbestimmt", sagte Sportvorstand Markus Krösche von Eintracht Frankfurt: "Zum Beispiel gibt man zurzeit keine Spieler ab, nur um den Kader zu verkleinern. Ein Spieler mehr im Kader ist in der aktuellen Situation kein Nachteil."

Allerdings könnte nur ein Profi mehr schon bald bei Weitem nicht mehr ausreichen.

(ako/sid)