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Neue Corona-Regeln im Sport: Fußball und Profisport müssen sich nicht beklagen

Profisport kritisiert Corona-Maßnahmen : Rufe nach mehr Zuschauern sind jetzt fehl am Platz

Fußballspiele vor halbleeren oder gar leeren Rängen, das wünscht sich niemand. Doch in der vierten Welle der Pandemie müssen alle ihren Beitrag leisten. Das Klagen über unfaire Behandlung und Forderungen nach mehr Zuschauern sind jetzt fehl am Platz.

Die Deutsche Fußball-Liga und ihre Vereine sowie die anderen Profiligen in Handball, Eishockey oder Basketball haben in den vergangenen Tagen immer wieder betont, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden und ihren Beitrag in der Corona-Pandemie leisten wollen. Bisher waren Spiele in fast vollen Stadien und Hallen erlaubt. Die Vereine haben die Regeln befolgt und ausgeschöpft. Das darf man ihnen nicht vorwerfen. Wie andere Branchen auch, haben sie dafür gekämpft, in der Pandemie ihr Geschäftsmodell weiter aufrechterhalten zu können. Auch das muss man Sportvereinen – wie auch Einzelhändlern, Gastronomen oder Unternehmern der Event-Branche – zugestehen.

Die Verantwortlichen im Profisport haben allesamt betont, dass sie die Bund-Länder-Beschlüsse akzeptieren. Doch wenn diese Aussage immer wieder mit der Bemerkung verbunden wird, dass der Sport kein Pandemietreiber sei, wenn der Geschäftsführer des 1. FC Köln, Alexander Wehrle, sagt, er hätte sich unter 2G-plus-Bedingungen und mit Maskenpflicht am Platz mehr Zuschauer gewünscht, wirkt diese Akzeptanz nur halbherzig. Solche Aussagen tragen nicht dazu bei, dass die Vereine als verantwortungsvoll wahrgenommen werden. Vielmehr befeuern sie damit die Haltung ihrer Kritiker, der Sport denke nur an seinen Profit. Vor allem, nachdem das Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchenglabach gezeigt hat, wie schwierig das Durchsetzen der Maskenpflicht ist. Dass dieses Spiel Symbolwirkung für die jetzigen Entscheidungen hatte, lässt sich kaum bestreiten.

Das Gezeter darüber, dass Studien belegen, dass im Stadion kein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, hilft an diesem Punkt der Pandemie bei aller Faktenlage nicht weiter. Die Politik hat für viele Lebensbereiche strenge Regeln aufgestellt, um die vierte Welle zu brechen. Sie hat nicht nur der Wirkung wegen allein den Sport begrenzt.

Es geht darum, Kontakte möglichst weitgehend einzuschränken. Dabei hilft eine deutliche Reduzierung der Zuschauerzahlen bei Großevents – ganz unabhängig davon, ob der Sport bisher nicht als Pandemietreiber aufgefallen ist. Diese Tatsache beanspruchen auch andere Branchen für sich, die sich nun auch wieder einschränken müssen.

Es geht in dieser Phase um mehr. Es geht um klare Signale an die Menschen, dass sie Begegnungen mit anderen Menschen reduzieren sollen. Damit Ansteckungen vermieden werden, die Krankenhäuser nicht noch voller werden. In dieser Phase Veranstaltungen mit Zehntausenden zu erlauben, wäre das falsche Signal. Warum sollten Menschen im privaten Umfeld die Regeln einhalten, wenn man dann doch beim Handball, Fußball oder Biathlon mit vielen Menschen zusammensein darf? All diese Punkte muss die Politik mitbeachten.

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Der Sport täte gut daran, dies nun nicht nur zu akzeptieren, sondern aktiver zu unterstützen. Zum Beispiel könnten die Vereinsverantwortlichen die Fans bitten, sie nicht zu Auswärtsspielen zu begleiten. Oder sie könnten ihre Fans nicht nur auf die Wichtigkeit von Impfungen aufmerksam machen, sondern bei der aktuellen Lage auch darauf, wie wichtig es ist, Kontakte einzuschränken.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wo wie viele Fans in den Bundesliga-Stadien erlaubt sind