Misslungene Klinsmann-Premiere: Lucien Favre gewinnt mit Borussia Dortmund

Misslungene Klinsmann-Premiere : Favre holt Sieg in Berlin mit zehn Mann

Der in der Kritik stehende Lucien Favre hat mit Borussia Dortmund einen glücklichen Sieg gelandet und Jürgen Klinsmann als Trainer von Hertha BSC den Einstand verdorben.

Borussia Dortmund gewann beim Hauptstadt-Klub wenig überzeugend und in der zweiten Halbzeit mit nur noch zehn Mann 2:1 (2:1). Der Dreier dürfte Favre aber etwas Luft verschaffen.

Vor 74.667 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion erzielten Jadon Sancho (15.) und Thorgan Hazard (17.) die Tore für die Borussen. Vladimir Darida (34.) traf für die Hausherren. Ex-Nationalspieler Mats Hummels (45.) musste wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz.

Hertha konnte die Aufbruchstimmung nicht nutzen, nachdem Klinsmann erst am Mittwoch als neuer Coach und Nachfolger des glücklosen Ante Covic vorgestellt worden war. Die Berliner befinden sich weiter im Abstiegskampf und sehen angesichts des heftigen Restprogramms bis Weihnachten schweren Wochen entgegen.

Klinsmann setzte zum Debüt auf Dreierkette und brachte in Karim Rekik und Dodi Lukebakio für Lukas Klünter und Javairo Dilrosun zwei neue Spieler. Bei Borussia stürmte Jungstar Sancho von Beginn an, nachdem es um den 19-Jährigen rund um das Champions-League-Spiel beim FC Barcelona (1:3) am Mittwoch wegen Undiszipliniertheiten Unruhe gegeben hatte.

Hertha war der frische Wind zunächst anzumerken, die Mannschaft wirkte sehr motiviert, zum Teil nervös. Dortmund hatte die reifere Spielanlage und überwandt mit schnellem Direktspiel über Außen häufig das Mittelfeld. Nach einer Viertelstunde folgte der brutale Doppelschlag. Erst vollendete Sancho nach brillantem Zuspiel von Julian Brandt, dann war Hazard vor Karim Rekik zur Stelle und erhöhte auf 2:0.

Klinsmann hielt nichts mehr auf der Bank, der Coach versuchte seine Spieler klatschend aufzumuntern, doch der BVB blieb das gefährlichere Team und war meist schneller als die Hausherren.

Hertha brauchte einige Zeit, um den Doppelschlag zu verdauen. In der 34. Minute keimte wieder Hoffnung auf. Lukebakio setzte nach schöner Einzelleistung zum Distanzschuss an, Darida (34.) spitzelte den Ball unhaltbar für Roman Bürki ins Tor.

Dortmund erhöhte nun das Tempo, erlaubte sich dabei aber zu viele Abspielfehler. Im Aufbau übertrieben die Gäste oft die Einzelaktionen. Auch in der Abwehr häuften sich die Fehler, kurz vor der Pause sah Hummels im Zweikampf mit Davie Selke unglücklich aus und musste wegen wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz.

Zur zweiten Halbzeit brannten die Fans der Dortmunder zunächst Pyrotechnik ab, auf dem Platz zündete aber die Hertha. Nach Zuspiel von Marko Grujic netzte Selke ein, doch nach Videobeweis wurde auf Abseits entschieden. Dortmund zog sich mit zehn Mann weit zurück, Hertha blieb optisch überlegen, machte aber zu wenig aus der Überzahl.

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(eh/sid)