100.000 Euro Schadensersatzansprüche: Mario Götze klagt gegen Dortmunder Rapper

100.000 Euro Schadensersatzansprüche: Mario Götze klagt gegen Dortmunder Rapper

Als der Wechsel des Nationalspielers Mario Götze von Borussia Dortmund zum FC Bayern bekannt wurde, war die Empörung unter den BVB-Anhängern groß. Der 21-Jährige wurde zum Hassobjekt und eine Dortmunder Hip-Hop-Gruppe verfasste einen beleidigenden Song. Götze leitete juristische Schritte ein.

"Und du tauscht echte Liebe ein, gegen Mia-san-Mia von nem Scheißverein": Mit diesen Worten startet der Text aus dem Lied "Hast du jetzt was Du willst?" der Dortmunder Rap-Gruppe "Kopfnussmusik". Weiter heißt es: "Geh, verpiss dich nach München du Drecksratte", "Nimm dein Geld und dein Ruhm und die Zehn und ich hoffe du wirst in München erstmal bankputzen gehen".

"Grenzen überschritten"

Zeilen, die der Nationalspieler so nicht akzeptieren will und zum Anlass nahm, sich Unterstützung vom renommierten Anwalt Dr. Stefan Seitz einzuholen. "Dieser Schmutzsong hat Grenzen überschritten, gegen die sich Mario wehren muss. Deshalb haben wir juristische Schritte eingeleitet", wird Götzes Berater Volker Struth in der Mittwochausgabe des "Express" zitiert.

Weiter soll Götzes Anwalt eine Unterlassungserklärung eingereicht haben, die die Veröffentlichung des Songs im Internet untersagt. Hinzu kommt eine weitere Unterlassung unter Androhung von Schadensersatzansprüchen in Höhe von 100.000 Euro. Diese richtet sich vor allem gegen eine Merchandising-Aktion der Gruppe, T-Shirts mit dem Aufdruck einer "Götze-Marionette" zu verkaufen. Die Hip-Hopper reagierten prompt und nahmen den Song direkt aus ihrem Youtube-Kanal. Auf dem Portal findet man das Video trotzdem.

Auf ihrem Facebook-Profil schrieben sie dazu: "Um weitere rechtliche Schritte durch Herrn Götze und den daraus resultierenden noch höheren, von den Interpreten nicht tragbaren Kosten, die dieser Rechtsstreit auslöst, zu vermeiden, haben wir den oben genannten Song von der Plattform Youtube entfernt."

"Emotionen Ausdruck verleihen"

Weiter schreiben die Rapper: "Die Künstler distanzieren sich, in jeglicher Weise, von Anfeindungen gegen homosexuelle und antisemitischen Äusserungen. Man wollte seinen Emotionen und der Fassungslosigkeit über den bevorstehenden Vereinswechsel Ausdruck verleihen und habe nicht mit derartigen Konsequenzen gerechnet."

Für mögliche, bevorstehende Gerichtskosten oder Schadensersatzanforderungen riefen die Musiker zudem ihre Fans auf, sie mit Spenden zu unterstützen: Das Geld wird ausschließlich für den Prozess verwendet und wir werden euch ständig über den aktuellen Stand informieren. Wenn Geld überbleiben sollte, werden wir ein großes Benefizkonzert organisieren und den restlichen Betrag einer gemeinnützigen Organisation spenden!!!"

Der Aufruf scheint zu wirken, wie ein Bild samt Kontostand zeigt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Mario Götze

(sgo)
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