Marco Rose ist schon der fünfte Bundesliga-Trainer, den Mainz 05 hervorgebracht hat

Rose ist schon Nummer fünf : Mainz ist die Trainerschmiede der Bundesliga

Kein anderer Klub bringt so viele gute Coaches hervor wie Mainz 05. Jürgen Klopp, Thomas Tuchel, Martin Schmidt, Sandro Schwarz und Marco Rose starteten dort ihre Karrieren. Und ein sechster Emporkömmling steht schon bereit.

Seit 2009 spielt der FSV Mainz 05 ununterbrochen in der Bundesliga. Der selbsternannte Karnevalsverein hat es geschafft, sich zu einem soliden Mitglied im Oberhaus des deutschen Fußballs zu entwickeln. Der Klub zeigt, dass sich gute Arbeit auszahlt, auch wenn das ganz große Geld fehlt. Doch besonders in einer Kategorie hat Mainz der deutschen Konkurrenz und wohl auch der auf dem gesamten auf dem europäischen Kontinent etwas voraus, nämlich in Sachen Trainer.

Die 05er sind die Talentschmiede schlechthin, wenn es um Coaches geht. Marco Rose, der von RB Salzburg zu Borussia Mönchengladbach wechselt und die Niederrheiner ab der kommenden Saison betreut, machte auch seine ersten Erfahrungen in Mainz. 2009 war er kurz Co-Trainer der Profis unter Thomas Tuchel, von 2010 bis 2012 assistierte er Martin Schmidt in der zweiten Mannschaft. Er ist schon der fünfte Trainer, der seit 2001 in Mainz zum Proficoach heranwuchs.

Jürgen Klopp war derjenige, der diesen Stein ins Rollen brachte. Der heutige Trainer des FC Liverpool begann 2001 seine Karriere als Übungsleiter in Mainz, wo er zuvor als Abwehrspieler aktiv war. Er stieg 2004 mit dem Klub auf, machte sich einen Namen und wechselte 2008 zu Borussia Dortmund, mit der er zweimal Deutscher Meister wurde und das Finale der Champions League erreichte. Seit Jahren ist Klopp nicht nur Kult, sondern auch einer der höchstangesehenen Trainer im Geschäft.

Einen ähnlichen Werdegang legte auch Tuchel hin. 2008 trainierte er noch die U19 von Mainz, ein Jahr später übernahm er die Profimannschaft. Das Taktik-Genie trumpfte mit Mainz groß auf, führte den Klub sogar in den Europapokal. Nach fünf erfolgreichen Jahren wechselte auch er zu Borussia Dortmund, heute trainiert er Paris St. Germain.

Einer von Tuchels Nachfolgern in der Hauptstadt von Rheinland-Pfalz war Martin Schmidt. Der Schweizer schaffte 2015 den Sprung von der zweiten Mannschaft der Mainzer, die er zuvor viereinhalb Jahre lang coachte, zu den Profis. Später trainierte er den VfL Wolfsburg, in dieser Woche wurde er beim FC Augsburg als neuer Mann an der Linie vorgestellt.

Über die U19 und zweite Mannschaft der Mainzer zu den Profis schaffte es auch Sandro Schwarz, der die 05er seit 2017 coacht. Er wird in der nächsten Saison nun auf Rose treffen, seinen Kumpel und Mitspieler aus gemeinsamen Zeiten als aktiver Kicker in Mainz. Auch Schmidt werden sie als Gegner haben, mit Borussia könnte Rose auch Klopp und Tuchel in der Champions League begegnen, sollte der Klub die Qualifikation unter Hecking noch packen.

Das kleine Mainz ist die Trainerschmiede für die Großen im Fußball. Alle Trainer haben übrigens vom damaligen Manager Christian Heidel, zuletzt bei Schalke 04 im Amt, ihre erste Chance bei den Profis bekommen. „Ich habe mir überlegt, wie sieht der ideale Trainer aus? Dabei verhält es sich wie bei einer Pyramide: Unten ist sie breiter und steht für Intelligenz als Basis für alles. Das Fachwissen kommt oben drüber, soziale Kompetenz, Authentizität. Man glaubt kaum, wie viel Energie man verbraucht, wenn man sein möchte, was man gar nicht ist; wenn man jeden Tag überlegt, wie muss ich sein, um so zu werden? Ein authentischer Trainer hat Energie für seinen Job, nicht für Gedanken, wie er sein müsste. Charisma, Rhetorik, Loyalität sind ebenfalls wichtig. Es fehlt: der Begriff Erfahrung. Erfahrung ist wichtig, aber in meinen Augen mit weitem Abstand nicht das Wichtigste“, beschrieb Heidel seine Vorstellung von den Voraussetzungen eines guten Trainers. Er hat bei Klopp, Tuchel, Schmidt, Schwarz und Rose ein gutes Händchen bewiesen.

Und der nächste Mainzer steht bereits in den Startlöchern: Bo Svensson. Heidel macht den Ex-Gladbacher Anfang 2015 zum Co-Trainer der Profis, im Sommer übernahm er Coach die U17, später die U19 der Mainzer, die er auch aktuell betreut. Ihm wird auch eine Bundesliga-Zukunft prognostiziert. Svensson wäre der nächste Coach im Oberhaus aus einer Trainerschmiede, die es so wohl kein zweites Mal gibt.

Mehr von RP ONLINE