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Kommentar Fußball-Bundesliga: Profifußball seine treuesten Fans ​- Modeste-Transfer als Beispiel

Transferfenster muss früher enden : Darum ist der Modeste-Transfer beispielhaft für den Betrug am Fan

Kölns Stürmerstar Anthony Modeste wechselt nach Saisonbeginn zum BVB. Die aktuelle Transferregelung macht es möglich. Doch sie ist untragbar. Fans, gerade Dauerkarteninhaber, müssen am 1. Spieltag wissen, worauf sie sich einlassen. Alles andere ist mindestens Produktenttäuschung.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Sky-Abonnement abgeschlossen, weil Sie die Samstagsspiele der Fußball-Bundesliga sehen wollen. Und nach dem ersten Spieltag teilte Sky Ihnen mit: „Wir haben die Bundesligarechte an Dazn verkauft. Es war für alle Seiten eine gute Lösung. Aber wir haben ja noch Tennis. Weiter also viel Spaß mit Ihrem 24-Monate-Abo!“ Nett formuliert würde man das Produktenttäuschung nennen, nicht so nett formuliert noch ganz anders.

Wie der oben genannte Sky-Kunde müssen sich seit diesem Wochenende Fans des 1. FC Köln fühlen, nachdem bekannt wurde, dass der Verein Stürmer Anthony Modeste an Borussia Dortmund verkauft. Es wirkt wie Betrug am Fan, am Kunden. Vor allem an den Dauerkartenbesitzern.

Modeste schoss die Kölner fast im Alleingang in den Europapokal, er war der Topstar des „Effzeh“, Fans haben sich für mehr als 100 Euro ein Trikot mit seinem Namensflock gekauft. Haben eine Dauerkarte gekauft – auch weil Erfolg mit Modeste wahrscheinlicher erschien als ohne ihn. Und nun? Spielt er ab dem kommenden Wochenende für Borussia Dortmund. Das dürfte nicht sein. Und doch kann es sein.

Warum? Weil die europäische Transferphase bis Ende August dauert. Da ist die Bundesliga schon vier Spieltage alt. Ein Unding. Der Fan, der Kunde, muss zum Stichtag 1. Spieltag wissen dürfen, worauf er sich einlässt, für welches (neudeutsch) Produkt er Geld ausgibt. Ansonsten wird der Erwerb einer Dauerkarte zum Rubbellos abgewertet.

Deswegen muss es in Zukunft europaweit einheitlich geregelt sein, dass a) die Ligen zum selben Termin starten und b) die Transferphase vorher zu Ende geht. Denn es ist ja nicht nur der Fall Modeste. Wer garantiert Mönchengladbacher Fans, dass auf einen tollen Saisonstart nicht noch der Verkauf eines Marcus Thuram oder Jonas Hofmann folgt? Wer bewahrt Frankfurter Anhänger vor einem Verkauf von Filip Kostic?

Klar: Fans sind Fans von einem Verein durch dick und dünn, und Spieler sind eh nur Wegbegleiter eines Klubs, aber die aktuelle Transferregelung ist die falsche im Sinne des Wettbewerbs. Und im Sinne der Fans. Beides muss den Profifußball zu einem Umdenken bewegen.