IFAB: Der Videobeweis wird in Deutschland zu oft eingesetzt

Änderung des Systems nicht geplant: Regelbehörde beklagt zu häufigen Videobeweis-Einsatz

Das International Football Association Board (IFAB), die höchste Regelbehörde des Fußballs, hat die ersten Erkenntnisse aus der Testphase des Videobeweises verarbeitet - demnach wird die Technik in Deutschland zu oft angewendet.

Wie das Fachmagazin "kicker" in seiner Donnerstagsausgabe berichtet, sei die neue Technik insbesondere in Deutschland zu häufig angewandt worden. "Wir probieren etwas ganz Neues, daher will kein Schiedsrichter einen Fehler machen und bemüht den Video-Assistenten lieber einmal mehr als einmal zu wenig. Auch müssen wir an der internationalen Einheitlichkeit des Pfeifens arbeiten, das ist eine Sache von Ausbildung und Erfahrung", sagte IFAB-Geschäftsführer Lukas Brud dem "kicker" und führte aus: "Das Problem, das man noch nicht genau weiß und erkennt, wann der Video-Assistent eingreifen soll, besteht überall."

Aufgrund großer Schwierigkeiten der Interpretation des Begriffs "klare Fehlentscheidung" habe das IFAB zudem die Formulierung geändert. Damit der Video-Assistent eingreifen dürfe, müsse nun eine "klare und offensichtliche Fehlentscheidung" vorliegen. Um die Nachvollziehbarkeit des Prozederes in den Stadien zu verbessern, sollen in Zukunft wie in den USA und Australien auch in Europa Bilder der umstrittenen Szenen gezeigt werden.

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Beim IFAB denke man nicht an eine Einstellung des Experimentes, bekräftigte Brud. Eine Änderung der Verfahrensweise, etwa die Einführung eines Challenge-Systems, sei kein Thema. Bei dem Workshop waren neben Vertretern der elf Nationen, die an der Testphase zum Videobeweis teilnehmen (Deutschland, Italien, Portugal, Belgien, die Niederlande, Polen, USA, Australien, Südkorea, China und Tschechien), auch Verantwortliche aus England und Spanien vertreten.

(sid)