Es geht auch um Funkels Zukunft: Hertha-Boss beruft Krisensitzung ein

Es geht auch um Funkels Zukunft: Hertha-Boss beruft Krisensitzung ein

Berlin (RPO). Krisensitzung und Diskussionen um Trainer Friedhelm Funkel: Der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin kommt vor den "Wochen der Wahrheit" nicht zur Ruhe. Klub-Boss Werner Gegenbauer berief für Donnerstag eine außerordentliche Präsidiumssitzung ein, auf der auch über die Zukunft von Coach Funkel gesprochen werden soll. Eine Entlassung des 56-Jährigen gilt zwar als unwahrscheinlich, doch hinter den Kulissen regiert offensichtlich die blanke Panik vor dem Absturz in die 2. Liga.

"Es geht darum, die sportliche Situation des Klubs zu bewerten, und die hängt auch mit dem Trainer zusammen", sagte Präsidiumsmitglied Jörg Thomas zum Inhalt der Krisensitzung dem SID. Thomas stellte klar, dass er gegen eine Absetzung von Funkel ist: "Es bringt nichts, mitten im Galopp das Pferd zu wechseln. Ich denke, darüber wird es nach der Sitzung keine zwei Meinungen geben."

Die Tageszeitung Berliner Morgenpost hatte berichtet, dass innerhalb des Präsidiums mindestens drei Mitglieder über einen erneuten Trainerwechsel zumindest diskutieren wollen. Eine Boulevard-Zeitung titelte am Mittwoch, das Präsidium wolle Funkel zehn Spieltage vor Saisonschluss stürzen.

Allerdings entscheiden laut der Statuten nicht die Präsidiumsmitglieder, sondern die Geschäftsführer Michael Preetz und Ingo Schiller über eine mögliche Entlassung Funkels. Manager Preetz hatte zuletzt immer wieder seine Rückendeckung für den gebürtigen Neusser erklärt. Auch Hertha-Boss Gegenbauer gilt als Fürsprecher des Trainers.

Funkel steht wegen seiner defensiven Taktik in der Kritik, die ihm vor allem in den Heimspielen viel Kredit bei den Fans gekostet hat. Zudem holte das Team unter dem Nachfolger des Ende September 2009 entlassenen Schweizers Lucien Favre aus 17 Spielen nur zwölf magere Punkte.

Indes verweist Funkel nicht zu Unrecht auf den Fakt, dass die Berliner in der Rückrunde den Abstand auf Relegationsplatz 16 von zehn auf drei Zähler reduziert haben. "Die Lage ist längst noch nicht aussichtslos. Wir können da unten noch herauskommen", sagte Funkel. Allerdings wartet auf die Berliner ein schweres Restprogramm.

Gegenbauer jedenfalls sah genügend Anlass für eine außerordentliche Sitzung, zu der ihm jedoch einige Präsidiumsmitglieder gedrängt haben sollen. "Wir haben Redebedarf, deshalb habe ich für Donnerstag eine Sitzung einberufen", sagte Gegenbauer und forderte seine Kollegen zu einer einheitlichen Linie auf: "Dass sich alle um den Verein Sorgen machen, ist in Ordnung. Aber die Mitglieder der Gremien müssen dem öffentlichen Druck standhalten und auf öffentliche Äußerungen verzichten."

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(SID/can)