Greuther Fürths Traum von der Rückkehr ins Fußball-Oberhaus lebt

"Richtig geil" auf Aufstiegsmärchen : Fürths Traum von der Rückkehr ins Fußball-Oberhaus lebt

Die starke Leistung gegen den Hamburger SV war schnell abgehakt, sofort ging der Blick nach vorne: Die SpVgg Greuther Fürth will am Sonntag doppelt Geschichte schreiben und gleich zwei Traditionsklubs demütigen.

Rotzfrech und "richtig geil" auf die ultimative Aufstiegsparty: Nach dem starken Auftritt beim 0:0 im Relegations-Hinspiel beim Hamburger träumt die SpVgg Greuther Fürth mehr denn je von der direkten Rückkehr in die Bundesliga. Das fränkische Fußball-Märchen soll am Sonntag (17.00 Uhr/Live-Ticker) vor eigenem Publikum wahr werden - nur die Wechselgerüchte um Sportdirektor Rouven Schröder passen den Fürthern überhaupt nicht in den Kram.

"Die Mannschaft kann sehr, sehr stolz auf ihre Leistung sein", lobte Fürths Trainer Frank Kramer den imposanten Auftritt seiner No-Name-Mannschaft gegen das Star-Ensemble um HSV-Kapitän Rafael van der Vaart, hob aber sogleich mahnend den Zeigefinger: "Zu viel Stolz kann aber zum Stolperstein werden. Wir haben jetzt erst Halbzeitpause. Nun müssen wir zu Hause gewinnen. Dessen sind wir uns bewusst." Schon ein 1:1 würde die Fürther aus ihren Aufstiegsträume reißen.

Doch die Kleeblätter sind wild entschlossen, auf den Tag genau ein Jahr nach dem kläglichen Bundesliga-Abstieg (21 Punkte) am Sonntag im Ronhof ins Fußball-Oberhaus zurückzukehren. "Aus dem Spiel in Hamburg schöpfen wir unheimlich viel Kraft, Selbstvertrauen und noch mehr Zuversicht", sagte Fürths Präsident Helmut Hack, der den fränkischen Provinzverein seit 18 Jahren führt und maßgeblichen Anteil an der Erfolgsstory des Klubs hat: "Wir haben das Duell noch nicht gewonnen, aber die Basis dafür gelegt."

Hack weiß, dass sein kleines Fürth mit einem Erfolg gegen die Hanseaten gleich doppelt Geschichte schreiben kann: Zum einen würde man den letzten Dino nach 51 Jahren Liga-Zugehörigkeit in die sportliche Versenkung verabschieden. Zum anderen, und das gilt bei den Fans ohnehin als wichtigstes Ziel, würde das Kleeblatt erstmals in der gemeinsamen 111-jährigen Geschichte eine Liga höher spielen als der just abgestiegene Intimfeind 1. FC Nürnberg.

"Darüber machen wir uns gar keine Gedanken", sagte Hack und verwies lieber auf das mit den Relegationsspielen explosionsartig gestiegene Interesse: "Mit unserer Leistung machen wir Eigenwerbung, wie sie besser nicht geht."

Spekulationen um Sportdirektor Schröder sorgen für Unruhe

Für Unmut im Lager der Franken sorgten am Freitag einzig die Spekulationen um Sportdirektor Schröder. Ausgerechnet vor dem so wichtigen Saisonfinale kochten Gerüchte über ein angebliches Interesse von Werder Bremen hoch. Der Bundesligist, das berichtete die Bild-Zeitung, soll an einer Verpflichtung des Managers schon im Sommer interessiert sein. "Das sind alles Spekulationen, dazu äußere ich mich nicht. Wir haben jetzt mit der Relegation ganz andere Dinge im Kopf", sagte Schröder.

Wie Schröder hatten sich am Donnerstag auch Millionen von Fernseh-Zuschauern ob des frechen Fürther Auftritts verwundert die Augen gerieben. Giftig, laufstark, selbstbewusst: Der Zweitligist versteckte sich im ersten Relegations-Showdown keineswegs und stellte die HSV-Abwehr mit seinem schnellen Umschaltspiel immer wieder vor große Probleme.

"Wir werden uns auch im Rückspiel nicht verstecken und mit der gleichen Freude ins Spiel gehen", versprach Verteidiger Benedikt Röcker, "da bin ich schon jetzt richtig geil drauf." Sollte die Mission direkter Wiederaufstieg tatsächlich gelingen, winkt der Fürther Mannschaft die Rekordprämie in Höhe von 750.000 Euro.

Die Franken wären erst der sechste Zweitligist, der in den bisherigen 16 Relegationsspielen die Oberhand behalten würde. Zuletzt gelang Fortuna Düsseldorf 2012 beim Erfolg gegen Hertha BSC (2:1 und 2:2) die Überraschung.

(sid)