Machtdemonstration Gereizte Bayern setzen Titel-Statement im Topspiel gegen Union

München · Das Imperium schlägt zurück. Im Topspiel dominieren meisterliche Bayern mit ihrer offensiven Wucht und Klasse Union Berlin. Den Eisernen fehlt die Energie zur erfolgreichen Gegenwehr.

Der FC Bayern hat Union klar geschlagen.

Der FC Bayern hat Union klar geschlagen.

Foto: dpa/Peter Kneffel

Ein gereizter FC Bayern hat im spannendsten Titelkampf seit Jahren meisterlich zurückgeschlagen. Die Münchner Dauer-Champions konterten den Angriff von Borussia Dortmund auf den Bundesliga-Thron im Topspiel gegen Union Berlin mit einem mächtigen 3:0 (3:0). Die offensive Spielfreude krönte das Fußball-Starensemble von Trainer Julian Nagelsmann am Sonntag vor 75 000 Zuschauern in der Allianz Arena durch Tore von Eric Maxim Choupo-Moting (31. Minute), Kingsley Coman (40.) und Geburtstagskind Jamal Musiala (20) in der Nachspielzeit der ersten Hälfte.

„Deutscher Meister wird nur der FCB“, skandierten die entzückten Bayern-Anhänger im Münchner Schneetreiben. Die Bayern (46 Zähler) führen die Tabelle dank der deutlich besseren Tordifferenz auch nach dem 22. Spieltag vor dem BVB und Union (43) an.

Die Berliner konnten den Bayern-Express bei ihrer ersten Niederlage 2023 nur in der ersten halben Stunde halbwegs aufhalten. Nach dem ersten Gegentor fehlte dem erstaunlichen Bayern-Jäger jedoch die Energie zur Gegenwehr. Nur drei Tage nach dem Kraftakt beim großen Erfolg in der Europa League gegen Ajax Amsterdam überraschte das nicht.

Der gute Union-Torwart Frederik Rönnow verhinderte nach der Pause mit einigen Paraden wie gegen den agilen, aber im Abschluss glücklosen Bayern-Kapitän Thomas Müller (73.) oder Alphono Davies (86.) sogar noch Schlimmeres für die Eisernen. In der Bundesliga bahnt sich zum Start ins letzte Saisondrittel ein packendes Titelduell zwischen den Bayern gegen BVB an.

Bundesliga 2023/24 - Die Sprüche zum 26. Spieltag der Bundesliga​
13 Bilder

Die Sprüche zum 26. Spieltag der Bundesliga

13 Bilder
Foto: dpa/Swen Pförtner

Eine Woche nach seiner verbalen Entgleisung gegen das Schiedsrichterteam nach der Niederlage in Mönchengladbach konnte sich Nagelsmann diesmal am Spiel seiner Mannschaft erfreuen. Er bekam, was er sehen wollte. Eine Machtdemonstration seiner Stars, die zwar eine gewisse Anlaufzeit brauchten, aber dann ihre Tore sehenswert heraus kombinierten.

Joshua Kimmich war mit klugen Pässen der Chef im Mittelfeld. Der beim 2:3 in Gladbach noch verletzt fehlende und schmerzlich vermisste Coman war ein ständiger Aktivposten. Und Routinier Müller demonstrierte seinen Wert nicht nur mit zwei Torvorlagen. „Eine gewisse Achse ist wichtig, da ist Thomas ein Teil davon“, hatte Nagelsmann vor dem Anpfiff beim Streamingdienst DAZN gesagt. Nach der Pause kam auch Stürmerstar Sadio Mané nach mehr als drei Monaten Verletzungspause zu einem Comeback. Er fügte sich gut ein.

Union-Coach Urs Fischer hatte mit „gereizten“ Bayern gerechnet - und wurde bestätigt. Seinen Spielern fehlte die körperliche und mentale Frische gegen ausgeruhte Münchner, die oftmals handlungsschneller waren und sich in entscheidenden Zweikämpfen durchsetzten. So entsprang das zweite Bayern-Tor einem energisch gewonnenen Kopfball von Abwehrspieler Matthijs de Ligt. Müller leitete den Ball weiter in Comans Lauf, der bei zeitweisem Schneetreiben eiskalt vollendete. Zuvor hatte Unions Aissa Laidouni die einzige Chance, dem Spiel noch eine Wende zu geben. Sein Volleyschuss flog über das Tor (37.). Nach der Pause schaffte es Union mit Glück und Rönnow, den Schaden in Grenzen zu halten.

(dör/dpa)