Fußball-Bundesliga: Spitze umkämpft wie seit 13 Jahren nicht mehr

Bundesliga eng beisammen : Spitze umkämpft wie seit 13 Jahren nicht mehr

Borussia Mönchengladbach steht nach dem 7. Spieltag auf Platz eins der Bundesliga. Die Spitze ist zu diesem Zeitpunkt der Saison so eng beisammen wie seit 13 Jahren nicht mehr. Momentaufnahme oder doch ein echter Trend?

So kuschelig war es schon lange nicht mehr. Die erstaunlichen Patzer der Topteams Bayern München und Borussia Dortmund sowie die frechen Auftritte der Überraschungsmannschaften haben an der Spitze der Bundesliga eine Tabellenkonstellation hervorgebracht, die es seit 13 Jahren nicht gab. Die Fans dürfen sich auf einen heißen Herbst mit viel Spannung freuen.

Nur zwei Punkte liegen nach dem siebten Spieltag zwischen dem Ersten und dem Siebten, das gab es zu diesem Zeitpunkt der Saison zuletzt 2006/07, damals wurde letztlich der VfB Stuttgart vor Schalke 04 und Werder Bremen Meister. Nun katapultierte sich plötzlich Borussia Mönchengladbach zum ersten Mal seit acht Jahren an die Tabellenspitze. Vor dem VfL Wolfsburg, der als einziges Team der Liga ungeschlagen ist.

"In den vergangenen Wochen haben wir gemerkt, dass es auch schnell in die andere Richtung kippen kann. Daher wissen wir das einzuordnen", sagte Gladbachs Trainer Marco Rose nach dem überzeugenden 5:1 am Sonntag gegen den FC Augsburg. „Ich werde in den zwei Wochen sicher mal häufiger auf die Tabelle schauen“, freute sich Christoph Kramer über die Bundesliga-Spitze. Wolfsburgs Chefcoach Oliver Glasner sah in der Spitzenplatzierung nach dem 1:0-Sieg gegen Union Berlin wenig später ebenfalls eine Momentaufnahme und betonte wie eng die Liga beisammen ist. "Es gibt keine Pflichtsiege. Egal wer, wann, wo gegen wen spielt", sagte der 45-Jährige: "Ich denke schon, dass die Liga sehr ausgeglichen ist."

Während sich das kaum erwartbare Spitzenduo über die Länderspielpause an der Tabelle ergötzen kann, müssen Niko Kovac und Lucien Favre, die Trainer der ambitioniertesten Klubs aus München und Dortmund, die Sinne noch einmal deutlich schärfen.

"Wir bekommen die PS, die wir haben, im Moment einfach nicht auf die Straße - auch nicht offensiv", sagte BVB-Manager Michael Zorc der Bild unzufrieden über Rang acht: "Wir treten auf der Stelle." Noch ist der Rückstand mit vier Zählern auf Gladbach im Rahmen.

Es geht im Gedränge um Spitzenplätze enorm physisch zu Sache. Es gilt, jederzeit Topniveau abzurufen. Dies stellte auch Starspieler Philippe Coutinho nach seinem Wechsel vom FC Barcelona zu den jetzt drittplatzierten Bayern fest. "Jedes Team kämpft bis zum Ende um jeden Ball", sagte der Filigrantechniker und zog einen Vergleich zur englischen Premier League: "Es gibt nicht viel Raum zu denken oder am Ball zu zögern."

Glasner, der wie Rose vor der Saison aus Österreich in die deutsche Beletage gewechselt war, verwies auf etliche Teams mit einer Laufleistung von mehr als 120 Kilometern pro Spieltag: "Das musst du erstmal rausschütteln, da musst du erstmal dagegenhalten." Die Gelegenheit zum Aufladen der Akkus und Pflegen der Wunden kommt nun gerade recht. Denn die Herbstwochen werden intensiv.

(sid/old)
Mehr von RP ONLINE