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Fußball-Bundesliga: Politik erlaubt bis zu 25.000 Zuschauer im Stadion

Bis zu 25.000 Fans beim Bundesliga-Start : Politik gibt grünes Licht für Zuschauer-Rückkehr im Profifußball

Die Fußball-Fans dürfen sich auf eine Stadion-Rückkehr in der kommenden Bundesligasaison freuen. Mit Beginn der Spielzeit sollen unter bestimmten Voraussetzungen maximal 25.000 Zuschauer die Spiele im deutschen Profifußball verfolgen dürfen. Wie viele es in NRW genau sein werden, ist noch nicht klar.

Die Politik hat grünes Licht für die Stadion-Rückkehr der Fans gegeben und damit das Ende der Geisterspiele im deutschen Profifußball eingeläutet. Ab der Spielzeit 2021/22 dürfen unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 25 000 Zuschauer wieder für die lange vermisste Atmosphäre in den Arenen sorgen - wahrscheinlich schon beim Bundesliga-Saisoneröffnungsspiel Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München am 13. August.

Laut eines Beschlusses der Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien vom Dienstag dürfen die Stadien für sportliche Großveranstaltungen künftig wieder zu maximal 50 Prozent ausgelastet werden - wobei die Gesamtzahl der Zuschauenden vorerst bei 25.000 gedeckelt ist.

Eine Ausnahme: Der Rekordmeister aus München darf seine Heimspiele in der Allianz Arena vor höchstens 20.000 Zuschauern austragen, weil Bayern aufgrund der Delta-Variante, steigender Fallzahlen in anderen Ländern und der erwartbaren Reiserückkehrerproblematik zunächst einen vorsichtigen Kurs bei der Wiederzulassung von Zuschauern fahren will und nur eine Auslastung von höchstens 35 Prozent erlaubt. Auch der FC Augsburg und die anderen bayerischen Vereine in der Zweiten und Dritten Liga sind davon betroffen.

Wie viele Zuschauer konkret in die Stadien in Nordrhein-Westfalen dürfen, ist noch nicht klar. Der Beschluss werde zeitnah in der nächsten Angleichung der Coronaschutzverordnung des Landes NRW umgesetzt, teilte eine Sprecherin der NRW-Staatskanzlei auf Anfrage dieser Redaktion mit.

Die beschlossenen Vorgaben orientieren sich „an der Laufzeit der Epidemischen Lage von nationaler Tragweite, die bis zum 11.09.2021 befristet ist“, heißt es in der Beschlussfassung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zu einem späteren Zeitpunkt seien „bei fortschreitenden Impfungen und allgemeiner Verbesserung der pandemischen Situation weitere Erleichterungen in Richtung Normalbetrieb“ möglich.

Grundvoraussetzung für die Zuschauer-Rückkehr ist die Freigabe durch die zuständigen Behörden. Dabei werden die Inzidenzzahlen berücksichtigt, die nicht über 35 liegen dürfen. In Baden-Württemberg liegt die Obergrenze bei 50. Zudem gilt: Personen, die nicht geimpft oder nach einer Corona-Erkrankung genesen sind, müssen einen negativen Corona-Test vorlegen. Zudem sind die geltenden Hygieneregeln und das Abstandsgebot einzuhalten.

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„Es ist wichtig, dass wir eine gemeinsame Linie bei länderübergreifenden Sportveranstaltungen und anderen Großveranstaltungen, insbesondere im Bereich der Kultur, gefunden haben“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Dienstag. „Die goldene Regel: Zutritt für Geimpfte, Genesene oder Getestete ist hierbei ganz wichtig, ebenso wie die Einhaltung des Mindestabstands und personalisierte Tickets.“

Eine Öffnung der Stadiontore für ein größeres Publikum hatte sich bereits bei der EM abgezeichnet. Aufgrund einer Ausnahmegenehmigung hatten jeweils 14 500 Zuschauer die vier Endrundenspiele in München im Stadion verfolgen dürfen. In England wurden sogar rund 60 000 Fans zu den Halbfinals und dem Endspiel am kommenden Sonntag in London zugelassen. Das entspricht einer Auslastung des Wembley-Stadion von 75 Prozent.

Als Vorbild für Deutschland taugen solche Zahlen (noch) nicht. „Niedrige Inzidenzen machen Großveranstaltungen wieder möglich. Das wollen wir keinesfalls durch Leichtsinn gefährden“, mahnte Dreyer. „Wir sehen leider bei den großen Spielen der EM, welche Folgen zu viele Menschen bei unzureichenden Schutzmaßnahmen im Stadion haben.“ Der Vorfreude der deutschen Fußball-Fans auf eine Stadion-Rückkehr wird dies keinen Abbruch tun.

 „Wir freuen uns darauf, wenn wieder Zuschauer im Stadion sind und vor allem auf den Moment, wenn die Stadien wieder ganz voll sind“, sagte Gladbach-Manager Max Eberl bereits in der vergangenen Woche. Dass das aber noch nicht am ersten Spieltag der neuen Saison der Fall sein wird, ist Eberl bewusst.

Verschiedene Konzepte für alle Zuschauergrößen liegen bei Borussia seit Monaten bereit. Am 14. Juli findet zudem noch die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) statt, auch dort wird das Thema der Zuschauerrückkehr mit allen Profi-Klubs in Deutschland noch mal besprochen. „Wir müssen schauen, was leistbar ist. Wie können wir es darstellen und wie finden die Nachweise im Stadion von Menschen, die geimpft, genesen oder getestet sind, statt?“, sagte Eberl. „An oberster Stelle steht die Gesundheit der Menschen und ein guter Ablauf, damit nichts Neues entstehen kann.“

Und Bayer 04 Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro sagte: „Die Sehnsucht der Fans nach einer Rückkehr in die Stadien ist groß. Und die aktuelle Entwicklung in Deutschland rechtfertigt mögliche Öffnungsszenarien. Wir begrüßen die Entscheidung der Politik, denn sie verschafft uns und den Fans eine Perspektive sowie eine gewisse Planungssicherheit.“

„Es überrascht uns nicht. Bei der Entwicklung der Inzidenzzahlen haben wir damit gerechnet. Wir müssen nur abwarten, was es für Abstandsmaßnahmen gibt. Es könnte sein, dass ab 1. September alle Restriktionen fallen. Es wären auch schon jetzt Stehplätze möglich. Wir werden das wohl nicht anbieten, weil es die Nachfrage so nicht geben wird. Die Ultras haben ja angekündigt, erst wieder ins Stadion zurückzukehren, wenn alle Einschränkungen gefallen sind. Dazu gehört auch, dass Gästefans wieder erlaubt würden“, sagte Thomas Röttgermann, Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf.

(sb/hgo/rent/gic//ako/dpa)