Historischer Erfolg: Bayer Leverkusen ist zum ersten Mal Deutscher Meister
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Sieben Klubs mittendrin Handygate, Fanproteste, Nervenflattern - Abstiegskampf spitzt sich zu

Frankfurt · Hertha BSC und der VfB Stuttgart sind die großen Verlierer im Abstiegskampf. Sieben Mannschaften befinden sich in der Verlosung - auch der 1. FC Köln muss sich wieder konkrete Sorgen machen.

Enttäuschung bei Herthas Maximilian Mittelstädt.

Enttäuschung bei Herthas Maximilian Mittelstädt.

Foto: dpa/Uwe Anspach

Handygate, Fanproteste, Nervenflattern - neun Spieltage vor dem Saisonende spitzt sich der Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga zu. Vor allem beim Schlusslicht VfB Stuttgart, beim Drittletzten Hertha BSC und auf einmal auch beim 1. FC Köln wird nach den Pleiten vom Wochenende heftig gezittert. Insgesamt leben sieben Klubs zwischen Hoffen und Bangen.

Wie angespannt die Lage bei den Abstiegskandidaten ist, zeigt die Aufregung um eine Marginalie bei der Hertha rund um die Niederlage im Kellerduell bei der TSG Hoffenheim (1:3). Weil Fernsehbilder zeigten, wie der ausgewechselte Stürmer Florian Niederlechner in der zweiten Hälfte auf der Ersatzbank in sein Smartphone vertieft war, schlugen im Internet die Wellen hoch.

Kevin-Prince Boateng sah sich deshalb genötigt, die Lage zu beruhigen. „Jetzt fängt ein Shitstorm an. Ich will ihn in Schutz nehmen“, sagte der Routinier bei Sky: „In so einer Situation, in der wir sind, gucken die auf der Bank auch mal auf die Tabelle. Und das hat er nur getan - für die Mannschaft.“

Auch Niederlechner, der wie seine Kollegen in Sinsheim eine ganz schwache Leistung zeigte, meldete sich zu Wort. „Ich habe nur mit meinen Mitspielern die Ergebnisse der anderen Konkurrenten gecheckt. Mehr nicht“, ließ der Angreifer bei Instagram wissen: „Ich will einfach nur den Klassenerhalt!“

Den möchten auch die VfB-Fans. „Aufwachen, aufwachen“, hallte es deshalb aus der Cannstatter Kurve nach dem 0:1 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg. „Ich habe Verständnis für die Fans“, räumte Sportdirektor Fabian Wohlgemuth ein. „Nach so einem Spiel“ hätten sie mit ihren lautstarken Äußerungen ja auch „nicht unrecht“. Auch er war nach dem Schlusspfiff zu dem Schluss gekommen: „Ergebnis und Leistung waren heute fragwürdig.“

Das hat nicht zuletzt der Trainer zu verantworten. Bruno Labbadia mag den VfB stabilisiert haben, aber seine Bilanz ist ungenügend: zehn Spiele, drei Unentschieden, nur ein Sieg. Wohlgemuth beeilte sich zu sagen: „Der Trainer steht nicht zur Debatte.“

Der Coach stand auch nach der Pleite des 1. FC Köln bei Borussia Dortmund (1:6) im Mittelpunkt. Total genervt bis unterschwellig aggressiv trat Steffen Baumgart auf. „Wir haben heute den Arsch voll gekriegt“, zürnte der Trainer, der mit seinem Team nur noch sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge hat: „Da brauche ich gar nicht auf Einzelheiten einzugehen. Die Gründe sind egal.“

Neben Köln, der Hertha und dem VfB stecken noch vier weitere Klubs tief im Schlamassel. Doch der FC Augsburg und Schalke 04 (1:1 im direkten Duell) sowie der VfL Bochum (1:0 gegen RB Leipzig) und Hoffenheim haben am 25. Spieltag gepunktet.

Dabei sendet die TSG zum ersten Mal seit Monaten wieder ein Lebenszeichen. Nach sieben Pleiten und insgesamt 14 Ligapartien ohne Sieg in Folge feierte das bisherige Schlusslicht wieder einen Dreier - und rettete Coach Pellegrino Matarazzo den Job.

Dass alle sieben Trainer im Keller bis zum Ende durchhalten, darf aber durchaus bezweifelt werden.

(ako/sid)
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