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Fußball-Bundesliga: Die neue Ausgeglichenheit tut dem deutschen Fußball gut

Die Bundesliga rückt zusammen : Ein Hoch auf die neue Ausgeglichenheit

In der Frühphase der Saison präsentiert sich die Bundesliga in der oberen Hälfte ausgeglichener als gedacht. Das tut einer Liga gut, die allzu oft davon lebt, dass Bayern und Dortmund zweimal im Jahr gegeneinander spielen.

Gerade einmal sechs Spieltage ist die Bundesliga alt, und schon sind sie wieder da: die „spanischen Verhältnisse“ im deutschen Fußball. Doch was meist als Synonym für eine gähnend langweilige Meisterschaftsentscheidung steht, weil ein Überteam dem Rest enteilt ist, meint aktuell genau das Gegenteil. Denn wie in der Primera Division ist auch in der Bundesliga die große Ausgeglichenheit ausgebrochen.

Klar, die Bayern stehen gerade mal wieder ganz oben, aber auch sie trennen nur vier Punkte vom Tabellenneunten. Dazwischen alles, was das neutrale Fußballerherz begehrt: Überraschungsteams (Schalke, Freiburg, Wolfsburg), geerdete Überflieger (BVB, Leipzig), Teams mit Potenzial, aber eben auch Schwankungen (Mönchengladbach, Leverkusen).

Niemand enteilt, kaum ein Spielausgang ist vorhersehbar. Es gibt Spannung, viele können viele schlagen. Das kann der Liga als Gesamtkunstwerk nur gut tun, denn auch der letzte Fan würde sie als Kunstprodukt entlarven, wenn sie jedes Duell zum Megaevent stilisiert, ohne den passenden sportlichen Nährwert bieten zu können.

Zu oft in der Vergangenheit haben wenige Top-Spiele die Liga durchs Jahr gebracht, haben den Rest der Partien, deren Ausgang man schon Mitte der folgenden Woche vergessen hatte, mit durchgeschleppt. Auch deshalb ist eine Saisonphase wie die aktuelle wichtig, weil eine unberechenbare Ausgeglichenheit die Liga eben als Gesamtheit abbildet. Als Konstrukt, das eben mehr ist und mehr sein will, aber zweimal im Jahr Bayern gegen Dortmund. Bleibt also zu wünschen, dass die Langeweile noch ein wenig ausbleibt und die neuen spanischen Verhältnisse noch ein wenig anhalten.

(klü)