FSV Mainz 05 bezwingt den VfB Stuttgart mit 3:1

2:3-Niederlage in Mainz : Stuttgart bleibt nach Zieler-Patzer auswärts weiter sieglos

Beim 2:3 (1:1) in Mainz patzte Stuttgarts Torhüter Ron-Robert Zieler dreimal. Der VfB zeigte seine schlechteste Saisonleistung und zittert um Nationalstürmer Mario Gomez.

Nach dem Abpfiff klopfte Hannes Wolf seinem Schützling Ron-Robert Zieler aufmunternd auf die Schulter. Doch der Torhüter des VfB Stuttgart wollte die Aufheiterungsversuche seines Trainers nicht so recht annehmen. "Ich kann meine eigene Leistung gut selbst einschätzen", sagte der frühere Nationaltorwart nach dem bitteren 2:3 (1:1) beim FSV Mainz 05, das er mit drei Patzern maßgeblich verschuldet hatte.

"Der Ball hat ganz komische Fluglinien und Kurven genommen. Dann noch so viel Matsch und Schlamm am Ball. Das sieht natürlich scheiße aus", meinte der 28-Jährige. Einen harmlosen Fernschuss des Mainzers Yoshinori Muto (45.+2) hatte Zieler falsch eingeschätzt, vor dem zweiten Treffer des Japaners (54.) den Ball unglücklich nach vorne abprallen lassen und beim 3:1 durch Gerrit Holtmann (64.) komplett den Durchblick verloren.

"Es war ein gebrauchter Tag", konstatierte VfB-Sportvorstand Michael Reschke. Nicht nur wegen der Aussetzer von Zieler, die auch nicht durch den katastrophalen Zustand des Mainzer Rasens zu entschuldigen waren, sondern auch wegen der möglichen Verletzung von Mario Gomez. "Er hat gesagt, dass sich die Bänder gut anfühlen, aber man weiß ja nie", gab sich Reschke vorsichtig optimistisch. Eine Kernspinuntersuchung soll Aufschluss über die Verletzung des Rückkehrers, der in der 51. Minute ausgewechselt werden musste, geben.

Ein längerer Ausfall des Hoffnungsträgers wäre ein enormer Rückschlag für die Schwaben, die ohnehin bis zum Saisonende den Ausfall von Carlos Mane (Sehnenriss am Oberschenkel) kompensieren müssen und nach der verdienten Niederlage beim direkten Konkurrenten im Stimmungstief sind. "Das war wahrscheinlich unser schlechtestes Spiel der Saison", gestand Trainer Hannes Wolf, der mit seiner Mannschaft weiter auf den ersten Auswärtssieg der Saison wartet.

Nach dem starken Spiel gegen Hertha BSC (1:0) in der Vorwoche ist der Gomez-Effekt schnell wieder verpufft. Mit nur 20 Punkten rutschte der Aufsteiger zurück in den Tabellenkeller und ist punktgleich mit den Mainzern.

Deren Matchwinner Muto genoss bei seiner Auswechslung in der 83. Minute den tosenden Beifall vom Großteil der 25.674 Zuschauer und ließ sich für seinen ersten Doppelpack seit Oktober 2015 feiern. In seinem verdreckten Gesicht spiegelte sich der Kampf wider, den er und seine Mainzer Teamkollegen auf dem völlig durchweichten Rasen geliefert hatten. "Ich bin klein und schnell, die Verteidiger und der Torhüter groß", erklärte der Japaner seine Platzvorteile und nahm damit indirekt auch Pechvogel Zieler in Schutz.

Tatsächlich ließ sich die Stuttgarter Niederlage keinesfalls alleine dem Torhüter zuschreiben: Dessen Vorderleute brachten es in 90 Minuten nur auf acht Torschüsse, die Rheinhessen kamen dagegen 20-mal zum Abschluss. Dementsprechend höher hätte der Mainzer Sieg ausfallen können, aber Zieler - so unglücklich er auch bei den Gegentoren agierte - zeigte einige starke Paraden. Doch unter dem Strich blieben drei folgenschwere Patzer.

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(sid)
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