Fortuna Düsseldorf vergoldet Englische Woche gegen Hannover 96

1:0 gegen Abstiegskonkurrent : Fortuna vergoldet Englische Woche mit Sieg in Hannover

Fortuna Düsseldorf hat das letzte Spiel der Hinrunde gewonnen. Die Düsseldorfer setzten sich in der Nachspielzeit gegen Hannover 96 durch. Das Tor feierten die Fortunen besonders emotional.

Die HDI-Arena in Hannover war in den vergangenen Jahren wahrlich kein gutes Pflaster für Fortuna: Drei Spiele, drei Niederlagen, 1:10 Tore, Bundesliga-Abstieg 2013 und DFB-Pokal-Schmach 2016. Am Samstagnachmittag besserten die Düsseldorfer die Bilanz auf. Oliver Fink sorgte in der zweiten Minute der Nachspielzeit für das große Glücksgefühl im Gästeblock.

Der 1:0-Erfolg rundete eine erfolgreiche Englische Woche mit den Siegen gegen Freiburg (2:0) und Dortmund (2:1) voll ab. Fortuna holte damit innerhalb von nur acht Tagen genau so viel Punkte wie in den 14 Spielen zuvor und geht mit 18 Zählern auf Platz 14 oder 15 (Augsburg spielt am Sonntag noch) in die Winterpause.

Gerade mal zwei Spielminuten standen auf der Uhr, da waren die schneeweißen Fortuna-Hosen von Kenan Karaman und Matthias Zimmermann schon mit braunen Schlammflecken beschmutzt. Es war der Beweis für etwas, was im Prinzip jeder vor der Partie schon wusste: Bei Hannover gegen Fortuna wird mehr Fußball gearbeitet als gespielt. Das zeigte sich zunächst aber gar nicht aufgrund übertriebener Zweikampfhärte, sondern viel mehr durch extreme taktische Disziplin.

Funkel wird nicht müde zu betonen, dass die nominelle Besetzung seiner Mannschaft nichts mit der taktischen Ausrichtung zu tun hat. In Hannover agierte Fortuna zum Beispiel mit vier Offensivkräften, doch das Augenmerk lag dennoch zunächst auf einer stabilen Defensive.

Und da Hannover Selbiges im Sinn hatte und zudem Fortunas Aufbauspiel mit drei bis vier hoch aufgerückten Spielern unterband, entwickelte sich zu Beginn ein eher unansehnliches Spiel mit vielen langen Bällen und ohne Torgelegenheiten. Dodi Lukebakio versuchte es mal aus der Distanz, nachdem es Kevin Stöger gelungen war, dem 96-Pressing zu entfliehen. Doch der Schuss des Belgiers ging am langen Pfosten vorbei (11.).

Auf Seiten der Gastgeber ging die meiste Gefahr von Hendrik Weydandt aus, der mit 23 Jahren überraschend doch noch den Sprung zu den Profis geschafft hat. Die Abschlüsse des Stürmers waren aber kein Problem für Torhüter Michael Rensing (13.) oder zu ungenau (23.).

Die schönste Kombination der ersten Hälfte brachte Fortuna auf den Rasen. Sie fand aber kein glückliches Ende, weil Stögers gut gemeinter Pass auf Rouwen Hennings gerade noch von der Fußspitze eines Hannoveraner Verteidigers abgefangen wurde. Es war eine Szene, nach der man geneigt ist zu sagen: Stöger hätte lieber selbst schießen sollen. Doch wäre der Pass angekommen, hätte Hennings nur noch den Fuß hinhalten müssen und die Videoleinwand hätte ein 0:1 angezeigt.

Eingeleitet hatte den Angriff Takashi Usami, dem ansonsten – wie vielen anderen – in den meisten Situationen die letzte Genauigkeit abging. Defensiv hatte Usami einen interessanten Gegenspieler: Genki Haraguchi, seinen japanischen Landsmann, der in der Rückrunde zusammen mit ihm einen entscheidenden Anteil an Fortunas Aufstieg hatte. Aber Usami hatte ja bereits nach Haraguchis Wechsel gesagt: „Ich mag Genki, aber jetzt ist er ein Gegner. Jetzt muss ich ihn kaputtmachen.“ Das gelang. Haraguchi blieb größtenteils ungefährlich.

Mit Wiederbeginn ersetzte Marcel Sobottka im zentralen Mittelfeld Adam Bodzek, der die fünfte Gelbe Karte gesehen hatte und somit im ersten Rückrundenspiel in Augsburg (19. Januar) fehlen wird. Nach einer weiteren Viertelstunde Rumpelfußball, die das Hannoveraner Publikum langsam zu Unmutsbekundungen veranlasste, blieb dem Gästeblock der Jubelschrei im Halse stecken: 96-Torhüter Michael Esser rettete auf der Linie, als Niko Gießelmann schon jubelnd abgedreht hatte. Die Torlinientechnik-Uhr von Schiedsrichter Bastian Dankert lieferte kein Signal, um Richtung Mittellinie zu zeigen.

Es war aber das Signal für Fortunas Team, dass gegen ein völlig verunsichert spielendes Hannover doch mehr möglich ist, als nur dieser eine Punkt. Doch Karaman (65.), Hennings (66.), Lukebakio (70.), der völlig freistehende Stöger (74.) und erneut Karaman (83.) verpassten die Führung.

Und als sich alle damit abgefunden hatten, dass dieses 0:0 doch ganz gut zu diesem Spiel passt, nahm sich der eingewechselte Kapitän Oliver Fink ein Herz. Mit Hilfe von Torhüter Esser trudelte der Ball ins Netz. Ein perfekter Ausklang eines tollen Fortuna-Jahres.

Hannover 96 - Fortuna Düsseldorf 0:1 (0:0)

Hannover: Esser - Sorg, Anton, Felipe - Haraguchi, Schwegler, Walace (84. Hadzic), Albornoz - Muslija (71. Maina) - Wood, Weydandt. - Trainer: Breitenreiter

Düsseldorf: Rensing - Matthias Zimmermann, Ayhan, Kaminski, Gießelmann - Bodzek (46. Sobottka) - Karaman (84. Fink), Stöger, Usami (69. Raman) - Lukebakio, Hennings. - Trainer: Funkel

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Tore: 0:1 Fink (90.+2)

Zuschauer: 34.000

Gelbe Karten: Felipe (3), Walace (3) - Bodzek (5), Ayhan (4), Matthias Zimmermann (3)

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