Fortuna Düsseldorf: Überragender Raman sichert verdienten Sieg in Berlin

2:1-Erfolg bei Hertha BSC : Überragender Raman sichert Fortuna verdienten Sieg in Berlin

Der Bundesliga-Aufsteiger gewinnt dank eines Doppelpacks des 24-jährigen Belgiers bei Hertha BSC mit 2:1. Die Düsseldorfer überholen damit ihren Gastgeber und klettern in der Tabelle auf Platz zehn.

Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf schwimmt weiter auf der Erfolgswelle. Nach dem 3:1-Sieg im Westderby gegen Borussia Mönchengladbach landete die Truppe von Trainer Friedhelm Funkel auch bei Hertha BSC einen verdienten Erfolg. Dank zweier Treffer des überragenden Benito Raman gewannen die Rheinländer vor 51.604 Zuschauern im Berliner Olympiastadion 2:1 und stimmten damit sich selbst und ihre 5000 mitgereisten Anhänger bestens auf die Partie gegen Meister FC Bayern München am kommenden Sonntag ein.

Große Auswahlmöglichkeiten hatte Funkel vorab nicht mehr. Nachdem Kaan Ayhan wegen seiner muskulären Probleme am Oberschenkel und der junge Vater Dawid Kownacki die Reise nach Berlin gar nicht erst angetreten hatten, stellte sich realistisch gesehen nur noch die Frage, ob Marcel Sobottka oder Adam Bodzek im defensiven Mittelfeld aufgeboten würde. Der Trainer entschied sich für den Aspekt Erfahrung und gab Bodzek den Vorzug. Auf der Bank nahm dann alles aus dem Fortuna-Kader Platz, was noch laufen konnte und nicht im Vaterschaftsurlaub weilte.

Dennoch war die Zuversicht im Düsseldorfer Lager groß, sprach doch die Formentwicklung eindeutig für den Aufsteiger. In der Rückrundentabelle belegte er vor der Partie mit 16 Punkten den achten Platz, die Hertha rangierte mit fünf Zählern weniger auf Platz zwölf. Und das daraus resultierende Selbstvertrauen war dem Team gleich in den ersten Augenblicken anzumerken. Dodi Lukebakio, nach abgesessener Gelbsperre zurück in der Startelf, und Kevin Stöger verbuchten bereits nach 140 Sekunden große Möglichkeiten, wobei Lukebakio von seiner Riesenchance offenbar selbst überrascht wurde: Völlig frei tauchte er vor Torhüter Rune Jarstein auf, doch statt den Ball an ihm vorbeizulegen und in aller Ruhe einzuschieben, schloss der Belgier vorschnell und überhastet ab.

In der 26. Minute war es dann erneut Lukebakio vorbehalten, allein vor Jarstein aufzutauchen, diesmal war die Ballannahme nach einem weiten Pass von Kevin Stöger jedoch ungleich schwieriger. Der 21-jährige entschloss sich zu einer Direktabnahme und hob die Kugel knapp über Torhüter und Kasten hinweg. Wenig später rettete Maximilian Mittelstädt, dessen Platzverweis das Hinspiel (4:1) frühzeitig zu Gunsten Fortunas beeinflusst hatte, in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Benito Raman. Keine Frage, die Gäste diktierten trotz einiger guter Szenen des Hertha-Kapitäns Salomon Kalou auf der anderen Seite eindeutig das Geschehen, erst recht nach einer weiteren Glanztat Jarsteins gegen Lukebakio (31.).

Einziger Kritikpunkt nach einer starken ersten Hälfte war somit der Zwischenstand. Denn zwar hatte sich Fortuna durch einen prächtigen Treffer des ganz starken Raman in der 35. Minute doch noch belohnt, brachte die Führung aber nicht in die Pause. Irgendwie hatte die Deckung Herthas slowakischen Angreifer Ondrej Duda aus den Augen verloren, und dessen Hereingabe drückte Marko Grujic zum sehr glücklichen Ausgleich für die Gastgeber über die Torlinie.

Die Pause tat den Düsseldorfern dann nicht sonderlich gut. Zwar kombinierten sie immer noch recht gefällig, aber der Biss der ersten 45 Minuten ging ihnen ein wenig ab. So musste Michael Rensing im Fortuna-Tor zweimal glänzend parieren, um einen Rückstand zu verhindern – zunächst kam er sehr aufmerksam und vor allem rechtzeitig bei einem Sprint Kalous heraus, dann fischte er bravourös einen Kopfball von Duda aus der Ecke.

Aber es gibt ja auch noch Raman, und auf den kleinen Belgier ist derzeit stets Verlass. Nach Vorarbeit von Kapitän Oliver Fink zwang der 24-Jährige nach einer guten Stunde zunächst Jarstein zu einer Glanzparade, ehe er den Abpraller selbst zur erneuten Gästeführung verwertete. Auch wenn es punktuell noch einmal im eigenen Strafraum brannte, schaukelte Fortuna den Sieg über die Runden. Verdientermaßen, und damit zog das Funkel-Team an Hertha vorbei auf Rang zehn.

Berlin: Jarstein - Lazaro, Stark, Rekik, Mittelstädt - Grujic, Skjelbred - Leckie (78. Dardai), Duda (70. Dilrosun), Kalou - Selke. - Trainer: Dardai

Düsseldorf: Rensing - Matthias Zimmermann, Andre Hoffmann, Kaminski, Gießelmann (78. Bormuth) - Bodzek, Stöger - Lukebakio (68. Usami), Fink (73. Sobottka), Raman - Hennings. - Trainer: Funkel

Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)

Tore: 0:1 Raman (35.), 1:1 Grujic (41.), 1:2 Raman (61.)

Zuschauer: 51.604

Gelbe Karten: Duda (5), Mittelstädt (2) - Stöger (7)

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