Fortuna Düsseldorf schlägt Mitaufsteiger 1. FC Nürnberg 2:1.

2:1 gegen Nürnberg : Fortuna gewinnt das Duell der Aufsteiger

Das Duell der Aufsteiger geht an Fortuna Düsseldorf. Durch einen späten Kopfballtreffer von Interimskapitän Kaan Ayhan zum 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg holt sich die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel drei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Am Ende war es natürlich Kaan Ayhan. Fortunas Innenverteidiger, der am letzten Spieltag der vergangenen Saison die Düsseldorfer mit seinem Treffer zum 3:2 beim 1. FC Nürnberg zum Zweitliga-Meister gemacht hatte, schlug gegen die Mittelfranken erneut spät zu – und diesmal war es vielleicht noch wichtiger. Acht Minuten vor dem Ende köpfte der türkische Nationalspieler nach einem Freistoß von Kevin Stöger den Ball zum 2:1-Siegtreffer ins Netz. Ein eminent wichtiger Sieg, der im Kampf um den Klassenerhalt vielleicht schon eine Vorentscheidung zugunsten der Mnnschaft von Trainer Friedhelm Funkel bedeutet.

Das Rezept, das sich Funkel für diesen Samstagabend zurechtgelegt hatte, war eindeutig an der Aufstellung abzulesen: Es hieß Offensive. In Startelf-Debütant Dawid Kownacki und Kenan Karaman zwei echte Sturmspitzen, dazu die gelernten Stürmer Benito Raman und Dodi Lukebakio auf den Flügeln sowie Regisseur Kevin Stöger in der Mitte – mehr Angriffsmut geht nicht. Und dieses Denken war ja auch nachvollziehbar, galt es doch, die Deckung des Tabellenletzten von Beginn an unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen.

Noch nicht einmal 120 Sekunden waren gespielt, da hatten sich die Voraussetzungen für die Düsseldorfer weiter verbessert. Der Nürnberger Matheus Pereira, der schon beim 0:0 des „Club“ am vergangenen Montag durch zahlreiche Provokationen aufgefallen war, leistete sich eine Tätlichkeit gegen Fortunas Linksverteidiger Niko Gießelmann. Nach Ansicht der Videobilder, die ihm seine Kollegin Bibiana Steinhaus aus dem „Kölner Keller“ angeraten hatte, entschied Schiedsrichter Sascha Stegemann auf Platzverweis.

Fast die komplette Spielzeit mit nur zehn Mann absolvieren zu müssen, bedeutete für die Mittelfranken eine erhebliche Hypothek. Es gelang ihnen allerdings, die Partie offen zu halten – es blieb ihnen ja auch nichts anderes übrig, konnten sie angesichts des Rückstands in der Tabelle doch kaum mit einem Unentschieden zufrieden sein. Die erste ganz klare Chance ging jedoch auf Fortunas Konto. Nach einer zu kurz geratenen Rückgabe schoss FCN-Torhüter Christian Mathenia Kownacki an, und von dessen Körper flog der Ball nur knapp übers Tor (23.). Eine knappe Minute später konnte Mathenia dann nur mit letzter Kraft gegen einen Kopfball von Interimskapitän Kaan Ayhan retten.

Fortuna dominierte weiter das Geschehen, doch die zahlreichen Flankenversuche auf Kownacki und Karaman flogen zu unpräzise in den Strafraum. Eine Kritik, die man auf den ersten wirklich ernsthaften Angriffsversuch der Gäste nicht anwenden konnte: In der 41. Minute setzte Eduard Löwen zu einem Sonntagsschuss aus gut 20 Metern an, gegen den Jaroslav Drobny, Stellvertreter des erkrankten Michael Rensing im Düsseldorfer Tor, nicht die geringste Chance hatte – 0:1 zur Pause, eine eiskalte Dusche für Funkels Elf.

Gegen nun noch tiefer stehende Nürnberger zeigte sich dann, dass Fortunas vier Offensivkräfte sich häufig selbst auf den Füßen standen. Das war auch ein Resultat davon, dass sie sich zu wenig bewegten und auf Zuspiele und Flanken warteten. Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff zwang Kownacki mit seinem Flachschuss zwar Mathenia zu einer weiteren Parade, aber bis es danach zum nächsten Abschluss kam, dauerte es eine halbe Ewigkeit. Was nutzten da die statistischen Vorteile der Gastgeber? 12:3 Torschüsse, 74:26 Prozent Ballbesitz, 89 Prozent angekommene Pässe gegenüber nur 68 Prozent des „Club“ standen nach einer Stunde zu Buche.

Trainer Funkel warf in dieser Phase zwei neue Angreifer ins Rennen, brachte Rouwen Hennings und Marvin Ducksch für Karaman und Kownacki. Doch für den Erfolg sorgte ein Nürnberger: Innenverteidiger Ewerton verlängerte einen langen Ball Lukebakios per Kopf zum 1:1 ins eigene Netz (63.). Viele weitere klare Chancen gab es im Grunde danach nicht mehr – aber die eine ganz wichtige nutzte Ayhan konsequent aus und brachte damit die Düsseldorfer Fans unter den 41.816 Zuschauern zum befreiten Jubeln.

Statistik

Düsseldorf: Drobny - Matthias Zimmermann, Ayhan, Kaminski, Gießelmann - Stöger, Morales - Lukebakio, Raman (79. Usami) - Karaman (62. Hennings), Kownacki (62. Ducksch). - Trainer: Funkel

Nürnberg: Mathenia - Valentini, Mühl, Ewerton, Leibold - Petrak - Löwen, Behrens (79. Jäger) - Kubo (46. Misidjan), Pereira - Zrelak (68. Ishak). - Trainer: Schommers

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Tore: 0:1 Löwen (41.), 1:1 Ewerton (62., Eigentor), 2:1 Ayhan (84.)

Zuschauer: 41.816

Beste Spieler: Gießelmann, Ayhan - Mathenia, Löwen

Rote Karte: Pereira nach einer Tätlichkeit (4., nach Videobeweis)

Gelbe Karten: Ayhan (6), Morales (5), Stöger (6) - Behrens (2), Mathenia (2), Leibold (3), Ewerton

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