Fortuna Düsseldorf: "Fortuna auch bei Bayern ein Thema"

Fortuna Düsseldorf : "Fortuna auch bei Bayern ein Thema"

Teil eins des großen Sommer-Gesprächs mit Axel Bellinghausen – der "verlorene Sohn" des Bundesliga-Aufsteigers über seine Zeit in Augsburg, Radiokolumnen, Kenia-Patenschaften und Autokennzeichen, die selbst Bastian Schweinsteiger interessieren.

Teil eins des großen Sommer-Gesprächs mit Axel Bellinghausen — der "verlorene Sohn" des Bundesliga-Aufsteigers über seine Zeit in Augsburg, Radiokolumnen, Kenia-Patenschaften und Autokennzeichen, die selbst Bastian Schweinsteiger interessieren.

Fortunas "verlorener Sohn" Axel Bellinghausen ist zurückgekehrt. Nach sieben Jahren beim 1. FC Kaiserslautern und beim FC Augsburg spielt er wieder beim Klub seines Herzens in Düsseldorf. RP-Redakteur Bernd Jolitz traf sich mit dem Mittelfeldspieler und dessen Lebensgefährtin Silvana Amuel.

Seit ein paar Tagen sind Sie zurück in der alten Heimat. Passt schon alles im neuen Heim?

Axel Bellinghausen: Wie man's nimmt. Die Hängeschränke fürs Wohnzimmer stehen noch auf dem Boden. Und das Internet geht nicht - sonst ist aber alles prima.

Der Fernseher läuft aber? Ich denke nur an die EM.

Bellinghausen: Der funktioniert, Gott sei Dank. Obwohl ich schon ein paar Spiele verpasst habe, weil ich lieber noch eine Runde gelaufen oder Fahrrad gefahren bin.

Können Sie nicht abwarten, bis es am 29. Juni mit dem Fortuna-Training losgeht?

Silvana Amuel: In der Tat. Der läuft mir zu Hause schon die Wände rauf. Es wird Zeit, dass es wieder losgeht.

Die meisten Menschen wären froh, wenn Sie ausnahmsweise mal ein bisschen länger Urlaub hätten.

Bellinghausen: Ich mache grundsätzlich auch gern Urlaub, aber durch die EM ist die Pause schon sehr lang. Am 5. Mai haben wir mit dem FC Augsburg das letzte Spiel gemacht. Die neue Saison beginnt am 24. August - das ist schon eine extrem lange Strecke.

Amuel: Und deshalb tut mir schon unser Hund leid. Axel schleppt ihn dauernd raus zum Laufen. Und mich zum Fahrrad fahren.

Immerhin scheint es sich um einen sehr fitten Hund zu handeln, oder?

Bellinghausen: Ja, Chuck macht das gern. Obwohl er eigentlich eher ein Familien- und Schmusehund ist.

Ein Rottweiler ein Schmusehund?

Bellinghausen: Absolut. Es gibt wohl keine zweite Rasse, die in der Öffentlichkeit so falsch eingeschätzt wird.

Werfen wir noch einen Blick zurück auf Augsburg. Sie waren drei Jahren dort. Zeit genug, ein paar Wurzeln zu schlagen?

Bellinghausen: Wir haben eine Menge nette Leute kennengelernt, Klaus Schwenk zum Beispiel, der die Gastronomie im Augsburger Zoo leitet. Silly ist begeisterte Zoogängerin, und so kamen wir in Kontakt. Über ihn ist vieles in Gang gekommen, zum Beispiel eine Patenschaft für eine Fußballmannschaft in Kenia. Die spielen jetzt unter anderem in Trikots, auf denen unsere Namen stehen. Ganz toll fanden wir auch, dass Klaus für ein Dorf in Kenia einen ausrangierten deutschen Feuerwehrwagen vermittelt hat.

Also hat sich Ihr Leben in Augsburg nicht nur auf den Fußball und dessen direktes Umfeld beschränkt?

Bellinghausen: Nein, das sicher nicht. Etliche Leute haben mich sogar überhaupt nicht mit Fußball in Verbindung gebracht, sondern kannten mich besser über meine tägliche Radiokolumne.

Eine Radiokolumne?

Bellinghausen: Ein Kumpel, den ich von früher kannte, arbeitet für den Augsburger Sender Fantasy. Er hat mich überredet, die tägliche Kolumne "Gassi gehen mit Bello" zu machen, einfach immer ein paar Minuten Quatschen übers Radio, was man beim Spazierengehen mit seinem Hund so alles erlebt. So ist übrigens auch mein Spitzname "Bello" in Augsburg entstanden. Vorher und nachher hat mich nie jemand so genannt.

Um Fußball ging es bei dieser Kolumne nicht?

Bellinghausen: Doch, manchmal haben wir auch über das letzte Spiel des FCA geredet. Meistens aber über ganz andere Dinge. Das hat viel Spaß gemacht.

Klingt ganz so, als wäre Ihnen der Abschied aus Augsburg schwer gefallen.

Amuel: Überhaupt nicht.

Bellinghausen: Nein, da kann ich Silly nur zustimmen. Klar, wir haben nette Leute kennengelernt, aber meist handelte es sich dann um andere Zugereiste. In der Mannschaft zum Beispiel um Daniel Brinkmann, Simon Jentzsch oder Marcel Ndjeng. Für Rheinländer ist es nicht ganz so einfach, in Augsburg wirklich Fuß zu fassen.

Sie haben es trotzdem zum Publikumsliebling beim FCA gebracht. Und das, obwohl Sie nie einen Hehl aus Ihrer Zuneigung zu Fortuna gemacht haben.

Bellinghausen: Das hätte mir doch ohnehin keiner abgenommen. Selbst in der Kabine des FC Bayern München war Fortuna doch wegen mir ein Thema.

Was hatten denn die Bayern mit Fortuna zu schaffen?

Bellinghausen: Eigentlich gar nichts. Aber als wir mit dem FCA gegen München spielten, hat mich Bastian Schweinsteiger auf mein Autokennzeichen angesprochen. Ihm hatte jemand davon erzählt, und er fand es so cool, dass er auch mit seinen Mitspielern darüber geredet hat.

Welches Nummernschild hatten Sie denn?

Bellinghausen: Er meinte wohl vor allem das an Sillys Auto, denn sie hatte A - FD 1895. Mein A - XL 1895 hätte aber auch nicht viel geändert.

Immerhin wusste Schweinsteiger direkt, wofür die Buchstaben und Ziffern stehen.

Bellinghausen: Eben. Das zeichnet den Basti doch schon wieder aus.

Kann man sagen: Es war immer klar, dass Sie zu Fortuna zurückkehren?

Bellinghausen: Ganz so war es nicht. Silly und ich haben schon gründlich überlegt, ob wir es machen sollen, genau wie bei den früheren Wechseln auch eine Plus-Minus-Liste angelegt. Fortuna ist eine hochemotionale Sache für mich, aber es war eine gründlich überlegte Entscheidung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortunas Zugänge im Porträt

(seeg)
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