Felix Magath schießt gegen den Hamburger SV

"An einem Neuanfang nicht interessiert" : Felix Magath schießt gegen den Hamburger SV

Felix Magath wird nicht auf den Trainerstuhl des kriselnden Fußball-Bundesligisten Hamburger SV zurückkehren.

"Ich stehe nicht mehr zur Verfügung", sagte der 60-Jährige dem Hamburger Abendblatt am Donnerstag. Offensichtlich hatte es im Aufsichtsrat des HSV ohnehin nicht die nötige Zweidrittelmehrheit pro Magath gegeben, der den abstiegsbedrohten Traditionsverein von 1995 bis 1997 trainiert hatte.

Auf einer Podiumsdiskussion über Schach am Abend erklärte Magath in Hamburg, er "glaube nicht, dass es zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist, HSV-Trainer zu werden". Zuvor hatte er sich erneut via Facebook zu Wort gemeldet und die zuständigen HSV-Gremien scharf kritisiert. Eine klare Absage vermied er in seiner Stellungnahme. "Es tut mir sehr leid, Euch keine bessere Nachricht zu übermitteln. Mit Euch wäre ich den Weg wirklich gerne gegangen", schrieb der Held des Europapokal-Finals von 1983 den Fans. "Leider beharren im HSV zu viele der alten Kräfte auf ihren Positionen, sind an einem ehrlichen Neuanfang nicht interessiert. Teile des Aufsichtsrates, der Vorstand sowie die Initiatoren der Gruppe HSVplus haben sich gegen mich gestellt", teilte Magath mit.

Daraus schloss er, dass der HSV nahezu handlungsunfähig sei: "Wie soll man mit solchen Voraussetzungen einen Verein erfolgreich durch den Abstiegskampf führen? Einigkeit im Verein hat oberste Priorität, ohne sie kann nichts gelingen. Diese notwendige Einigkeit herzustellen, scheint bei diesen unüberschaubaren Gruppen und Einzelinteressen kaum machbar."

Im Aufsichtsrat des Traditionsvereins gab es einflussreiche Stimmen pro Magath, allerdings stellten sich Medieninformationen zufolge mindestens vier von elf Mitgliedern gegen eine Inthronisierung des umstrittenen Trainers.

Der Vorstand um Sportdirektor Oliver Kreuzer und Präsident Carl Jarchow will an Bert van Marwijk mindestens bis zum enorm wichtigen Spiel des Tabellen-17. beim Schlusslicht Eintracht Braunschweig am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) festhalten. Da nur der Vorstand den Trainer entlassen kann, erwog der Aufsichtsrat anscheinend, die Vorstände ihrer Ämter zu entheben.

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(sid/dpa)
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