FC Schalke 04 verzweifelt an der eigenen Leistung

Trotz Rekord-Ausgaben historisch schlecht : Schalke verzweifelt

Nach dem 0:2 gegen Borussia Mönchengladbach ist das kurze Zwischenhoch von Schalke 04 schon wieder vorbei. Die Bundesliga-Saison ist eigentlich gelaufen, es bleibt nur noch die Hoffnung auf den Pokal.

Der Trainer suchte die Schuld für den historischen Tiefschlag beim Schiedsrichter, der Manager beklagte nach seinen eigenen Rekord-Ausgaben das fehlende "Kleingeld", und der Kapitän setzte auf den Pokal als letzte Hoffnung: Beim abgestürzten Vizemeister Schalke 04 wird die Verzweiflung immer größer.

"Es ist krass, dass es uns fast jede Woche trifft", klagte Domenico Tedesco nach der 0:2 (0:0)-Pleite gegen Borussia Mönchengladbach, der sechsten im zehnten Heimspiel und einem Minusrekord in 51 Bundesliga-Jahren: "Es ist die Summe, die extrem wehtut."

Diesmal bemängelte der 33-Jährige, dass der Gladbacher Freistoß vor der spielentscheidenden Roten Karte für Torhüter Alexander Nübel zwölf Meter zu weit vorne ausgeführt wurde. Vor einer Woche beim 2:2 bei Hertha BSC hatte er einen Platzverweis für Karim Rekik vermisst, der Alessandro Schöpf das Knie kaputt trat. "Das Außenband war total zerfetzt", berichtete Tedesco, "Saisonende."

Was für den österreichischen Mittelfeldspieler gilt, trifft auch auf die Königsblauen insgesamt zu: Im Prinzip ist die Spielzeit schon vorbei. Bei neun Punkten Rückstand auf den letzten Europacupplatz geht für den Tabellenzwölften nach oben wohl genauso nichts mehr wie nach unten - die Abstiegsränge sind zehn Zähler entfernt.

Nach dem Ende des kleinen Zwischenhochs mit sieben Punkten aus drei Spielen bleibt als letzte Hoffnung nur noch der DFB-Pokal. "Wir wollen nach Berlin und den Pokal holen", sagte Ersatzkapitän Daniel Caligiuri mit Blick auf das Achtelfinale am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) gegen den Tabellennachbarn Fortuna Düsseldorf. Doch die bei der Auslosung Ende November noch freudig als vermeintlich leicht registrierte Aufgabe entpuppt sich mittlerweile als durchaus knifflig.

"Düsseldorf ist gewachsen und hat gefährliche Stürmer", warnte Caligiuri und verwies damit unfreiwillig auf zwei der größten Schalker Schwachpunkte: Der von Sportvorstand Christian Heidel teuer zusammengekauften Mannschaft fehlen vor allem eine Struktur und die Durchschlagskraft in der Offensive.

Den dringend benötigten und seit Monaten versprochenen Stürmer verpflichtete Heidel im Wintertransferfenster nicht, weil "wir das Kleingeld nicht haben". Kein Wunder: Seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren hat der langjährige Mainzer Manager 160 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben - mehr als jeder seiner Vorgänger.

Das Ergebnis seiner immer häufiger kritisierten Transferpolitik ließ sich gegen Gladbach besichtigen. Der neue Tabellenzweite, der zwar erst spät, aber hochverdient durch die eingewechselten Christoph Kramer (85.) und Florian Neuhaus (90.+1) traf, war auf fast jeder Position besser besetzt als Schalke.

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Klubs wie RB Leipzig, Bayer Leverkusen und die TSG Hoffenheim, aber auch Eintracht Frankfurt, der VfL Wolfsburg oder Werder Bremen sind - was die Qualität des Kaders angeht - vorbeigezogen.

Aus lauter Verzweiflung stellte Tedesco den Defensiv-Allrounder Weston McKennie neben dem einzig einsatzbereiten Angreifer Mark Uth im Sturm auf - mit dem Erfolg, dass in 94 Minuten außer einem Caligiuri-Freistoß ans Außennetz keine einzige klare Torchance heraussprang.

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SID tl rd

(pabie/sid)
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