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FC Bayern schlägt Borussia Dortmund und ist zum 10. Mal Deutscher Meister

10. Titel in Serie : FC Bayern schlägt den BVB und ist Meister

Der FC Bayern ist Deutscher Fußball-Meister. Durch das 3:1 gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund am Samstagabend sind die Münchner nach 31 Spieltagen nicht mehr einzuholen. Jubel beim Rekordmeister, Enttäuschung beim Dauer-Herausforderer.

Julian Nagelsmann fiel Sportvorstand Hasan Salihamidzic überglücklich in die Arme, dann gab es für den Trainer des FC Bayern kein Entkommen mehr. Benjamin Pavard kippte strahlend ein Weißbierglas über den Kopf von Nagelsmann aus, viele weitere folgten. Es war der Startschuss in eine lange Partynacht, die nach dem 3:1 (2:0) im Bundesliga-Gipfel gegen Borussia Dortmund noch auf dem Platz der Münchner Arena begann.

Kapitän Manuel Neuer reckte nach dem zehnten Meistertitel der Bayern in Serie eine Pappschale in die Höhe. Thomas Müller, Robert Lewandowski und die anderen Profis sangen und tanzten in ihren schwarzen T-Shirts mit der „10“ auf der Brust vor den Fans in der Südkurve.

„Wir wollten unbedingt. Es hat sich viel Frust breit gemacht. Das konnten wir uns gut von der Seele spielen. Jetzt ist es wunderbar“, sagte Rekordmann Müller nach seinem elften Meistertitel bei Sky.

Einer der ersten Gratulanten war Bundestrainer Hansi Flick. „Besonders freue ich mich für meinen Trainerkollegen Julian Nagelsmann, seinen Stab und unsere Nationalspieler. Die Meisterschaft ist der ehrlichste Titel und die Basis für weitere Erfolge“, sagte Flick, der selber mit den Bayern zweimal Meister geworden war.

Serge Gnabry (15.), Weltfußballer Lewandowski (34.) mit seinem 33. Saisontor und Jamal Musiala (83.) trafen in einem umkämpften Spiel zum Sieg für das Team von Nagelsmann (34), der zum zweitjüngsten Meistertrainer der Bundesliga-Historie aufsteigt. Die Münchner erfüllten damit nach dem überraschenden Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen den FC Villarreal und dem blamablen K.o. in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Borussia Mönchengladbach wenigstens die Pflicht. Drei Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf den BVB uneinholbare zwölf Zähler. „Oh wie ist das schön“, sangen die Bayern-Fans unter den 75.000 schon vor dem Abpfiff.

Für die Bayern war es der achte Pflichtspielsieg in Folge gegen die Dortmunder. Der BVB, für den Emre Can (52.) per Foulelfmeter traf, wurde nicht wie erhofft zum Partycrasher, hatte die Qualifikation für die Champions League aber bereits vorher sicher.

„Das ist schon eine gute Fügung, die es nicht so oft gibt - und da freuen wir uns drauf“, hatte Nagelsmann vor der Partie über die Möglichkeit gesagt, mit einem prestigeträchtigen Sieg gegen den Erzrivalen den Titel klarzumachen. Schon vor dem Gipfeltreffen war rund um die Arena in Form von Bannern und Fahnen alles auf die Meisterschaft ausgelegt.

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Gegen gut strukturierte Dortmunder tat sich der Gastgeber zunächst jedoch schwer. Doch direkt mit der ersten Chance gingen effektive Münchner in Führung. Leon Goretzka legte eine Ecke von Joshua Kimmich mit dem Kopf zurück auf Gnabry, der aus 16 Metern sehenswert traf. Der Führungstreffer wirkte befreiend für die Gastgeber, die das Spiel in der Folge immer mehr an sich rissen.

Der ersatzgeschwächte BVB meldete sich durch einen Abschluss von Ausnahmestürmer Erling Haaland (27.) erstmals an. Nachdem danach ein Treffer von Gnabry wegen Abseits noch aberkannt wurde, gab es kurz darauf keine Einwände: Lewandowski erhöhte nach Pass von Müller auf 2:0. Dan-Axel Zagadou hatte den Ball zuvor verloren. Die Bayern hatten fortan alles unter Kontrolle, Lewandowski verpasste es, noch vor der Pause mit einem Abschluss von der Strafraumgrenze zu erhöhen (43.).

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Münchner dann plötzlich Nerven. Kimmich foulte Marco Reus im Strafraum, Can verwandelte sicher vom Punkt - der Anschlusstreffer. Die Gäste blieben dran, Reus scheitert aus spitzem Winkel an Manuel Neuer (54.). Es entwickelte sich ein offenes Spiel, beide Teams öffneten das Visier. Lewandowski scheiterte aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Marwin Hitz (69.). Joker Musiala machte dann alles klar, die Party konnte beginnen.

(kron/dpa/SID)