Ex-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer für Zeitstrafen in der Bundesliga

Handball als Vorbild : Ex-Schiedsrichter Kinhöfer fordert Zeitstrafen in der Fußball-Bundesliga

Der frühere DFB- und FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hat Zeitstrafen für Motzereien gegen Referees im Fußball gefordert. Im Handball habe der Spielleiter mit der Zwei-Minuten-Zeitstrafe ein Instrument, das wirke.

„Warum führen wir nicht im Fußball auch so etwas ein? 15 Minuten raus bei Pöbeleien gegen den Unparteiischen - für mich durchaus denkbar“, sagte Kinhöfer in seiner Kolumne für die „Bild am Sonntag“.

Im Handball herrsche ein anderes Verständnis von Fairness und der Umgang mit Schiedsrichtern sei „so gänzlich anders als im Fußball: Da wird nicht lamentiert bei Entscheidungen, sie werden akzeptiert“, erklärte der 50-Jährige aus Herne.

Im Handball seien auch Schwalben verpönt. Wenn ein Spieler einen Torwart abschieße, schüttele sich der Keeper und die beiden würden sich die Hand geben. „Im Fußball? Sterbender Schwan, Rudelbildung, ewiges Theater“, sagte Kinhöfer.

Zehn-Minuten-Zeitstrafen gab es schon früher im deutschen Amateurfußball, die Bundesligen hatten sich jedoch dagegen immer gewehrt. Die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) gaben im März 2017 bekannt, dass die Einführung von Zeitstrafen nach Gelben Karten genehmigt werde - allerdings nur im Jugend-, Amateur- und Behindertenfußball. Die Idee geht auf einen Vorschlag des Niederländers Marco van Basten zurück. Die Verantwortlichen hoffen auf einen frühen erzieherischen Effekt. Inzwischen gibt es einzelne Landesverbände in Deutschland, die im Jugendbereich Zeitstrafen umsetzen.

(ako/dpa)
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