Hoeneß schickt Kampfansage nach Dortmund: "Es kommt der Tag der Wahrheit"

Hoeneß schickt Kampfansage nach Dortmund: "Es kommt der Tag der Wahrheit"

Die Jagd auf Borussia Dortmund fortgesetzt und Selbstvertrauen für die Champions League getankt: Auch wenn Bayern München beim 2:1 (1:0) gegen Hannover 96 seine "Festspiele" nicht fortsetzen konnte, sieht sich der deutsche Fußball-Rekordmeister für die entscheidenden Wochen der Saison gerüstet. Präsident Uli Hoeneß hält den FC Bayern sogar schon wieder für so stark, dass er gleich eine Kampfansage an den BVB schickte.

"Ich glaube daran, dass wir eine sehr, sehr gute Chance haben", sagte er über den Zweikampf mit Dortmund um die Meisterschaft und fügte in gewohnter "Attacke-Manier" an: "Ich bin davon überzeugt, dass wir Deutscher Meister werden, wenn wir in Dortmund gewinnen, egal was vorher oder nachher passiert. Wenn wir in Dortmund spielen, dann kommt der Tag der Wahrheit." Dies ist am 11. April der Fall.

Bis dahin erwartet Hoeneß einen "kleinen Zermürbungskampf, in dem man immer wieder Nadelstiche setzen muss. Und ein Sieg gegen eine starke Mannschaft wie Hannover ist ein Nadelstich, das wird irgendwann Wirkung zeigen." Zumal sein FC Bayern gegen 96 "einen unglaublichen Willen" gezeigt habe: "Es war eine tolle Leistung."

Schon am Mittwoch (20.45 Uhr/Live-Ticker) wollen die Bayern im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse bei Olympique Marseille ihre Siegesserie fortsetzen und ihrem Traum vom Endspiel im eigenen Stadion wieder ein Stückchen näherkommen. Sie starten am Dienstag zumindest mit dem Bewusstsein in Richtung Südfrankreich, auch mal ein knappes Spiel mit Leidenschaft und der nötigen Cleverness über die Bühne bringen zu können.

"Die Mannschaft ist sehr leistungsbereit. Wir haben ein geschlossenes Team - auf und außerhalb des Platzes. Wir haben sehr geschickt agiert", lobte Trainer Jupp Heynckes, der sich mit Sprüchen in Richtung Dortmund aber im Gegensatz zu seinem Freund Hoeneß zurückhielt: "Wir müssen unsere Spiele gewinnen und auf uns schauen, das haben wir gemacht."

Drei Tage nach dem erfolgreichen Pokalfight in Gladbach über 120 Minuten haben die Bayern nicht an die jüngsten glanzvollen Heimauftritte gegen Hoffenheim (7:1) und Basel (7:0) angeknüpft - verdient war der siebte Heimerfolg in Serie aber allemal. "Wir haben diese eisige Kälte vor dem Tor nicht gehabt", mit diesen Worten würdigte Hannovers Trainer Mirko Slomka die Bayern.

Es war in der Tat klasse, wie Toni Kroos in der 36. Minute den herausstürzenden Ron-Robert Zieler gefühlvoll überlupfte und Torjäger Mario Gomez nach seiner Einwechslung erst Christian Pander alt aussehen ließ und dann gekonnt einschob (68.). Dass die Niedersachsen nach dem Anschlusstreffer durch Didier Ya Konan (74.) nicht noch zum Ausgleich kamen, hatten die Münchner dem zweimal stark reagierenden Manuel Neuer zu verdanken.

"Ein ganz wichtiger Sieg. Wir haben sehr schwere Wochen vor uns. Jedes Erfolgserlebnis ist enorm wichtig", betonte Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger, der in Marseille sogar schon mit einem Unentschieden zufrieden wäre: "Wir haben dort nicht den Druck, gewinnen zu müssen." Auch wenn Marseille zuletzt in der Liga extrem schwächelte, warnte Hoeneß vor den Franzosen: "Die haben Inter Mailand rausgeschmissen, das heißt, sie haben eine starke Mannschaft."

Um für das Viertelfinal-Hinspiel gerüstet zu sein, schonte Heynckes gegen Hannover zunächst Gomez und Thomas Müller und brachte dafür erstmals von Beginn an Ivica Olic und Danijel Pranjic. Man habe nach den Anstrengungen der vergangenen Wochen gesehen, "dass dies absolut notwendig war. Ich bin mit den Jungs sehr zufrieden", sagte der Bayern-Coach und verteidigte seine Rotation. Die sei auch "für das Innenleben der Mannschaft sehr wichtig".

Wie die Bayern muss auch Hannover in der kommenden Woche international ran. Präsident Martin Kind sieht sein Team nach der "verdienten, aber auch unnötigen" Niederlage gegen die Bayern für das Viertelfinale der Europa League am Donnerstag bei Atletico Madrid durchaus gerüstet. "Ich bin optimistisch, dass wir nicht verlieren", sagte Kind. Auch Slomka nimmt nach einer "guten Auswärtspartie ein Stück weit Mut" nach Spanien mit.

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(sid)
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