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Kommentar: Entscheidung im Kein-Bock-Heim

Kommentar : Entscheidung im Kein-Bock-Heim

Abstiegskampf in der Bundesliga funktioniert nach ziemlich simplen Gesetzmäßigkeiten. Alle Verantwortlichen, die in der bedrohlichen Lage noch übrig geblieben sind, zucken maximal aufgeregt mit den Schultern und verweigern jegliche Aufarbeitung der eigenen Versäumnisse.

Der Blick solle nach vorne gerichtet werden, für den Verein, die Stadt, die Fans und wer sich sonst noch mit dem Leid verbunden fühlt. So ein Abstieg ist kein ganz überraschendes Ereignis. Schließlich wird in 34 Spieltagen ermittelt, wer nicht gut genug für den Kreis der 18 besten Mannschaften ist.

In Köln ist man derart in Schockstarre geraten, dass selbst der sonst branchenübliche Aktionismus lange ausgeblieben ist. Erst vier Spieltage vor dem Saisonende hat man dann doch noch eine Entscheidung getroffen. Der Norweger Stale Solbakken, der als sogenannter Konzepttrainer vorgestellt wurde, muss gehen. Geschäftsführer Claus Horstmann hatte wiederholt festgestellt, dass eigentlich das Personal auf dem Rasen für die Fehlleistungen verantwortlich sei. Diese phänomenale Erkenntnis ändert nichts an den düsteren Aussichten. Aus dem Geißbockheim ist längst das "Kein-Bock-Heim" geworden.

Nun also Frank Schaefer. Der kölsche Jong, der loyale Mitarbeiter, der angeblich aus freien Stücken wegen persönlicher Gründe schon einmal den Posten des Cheftrainers verlassen hat, soll dem Verein den verlorenen Glauben an den Klassenerhalt zurückbringen. Eine naheliegende Lösung, die viel zu spät getroffen wurde. Das Ergebnis des Zögerns ist am Tabellenplatz recht eindrucksvoll abzulesen.

(RP/seeg)