Bundesliga-Abstiegskampf: Eintracht will Endspiel vermeiden

Bundesliga-Abstiegskampf : Eintracht will Endspiel vermeiden

Frankfurt/Main (RPO). Im Bundesliga-Abstiegskampf liegen derzeit die Nerven blank und die Spekulationen schießen ins Kraut: Beim spannenden Ringen um den Klassenerhalt richten sich am vorletzten Spieltag am Samstag (15.30 Uhr/LIVE!-Ticker) alle Augen auf das brisante Kellerduell zwischen Alemannia Aachen und dem VfL Wolfsburg.

Während in Aachen die sportliche Leitung trotz der 0:4-Pleite bei Eintracht Frankfurt Nationalspieler Jan Schlaudraff weiter die kalte Schulter zeigt, brodelt die Gerüchteküche in Bezug auf Wolfsburgs Trainer Klaus Augenthaler immer heftiger.

"Ich beschäftige mich nicht mit Spekulationen, nach denen ich auf der Kippe stehe", erklärte Augenthaler gewohnt gelassen. Der Weltmeister von 1990, der seinen Vertrag beim VfL im Winter bis 2009 verlängert hatte, macht vor allem das Aus im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VfB Stuttgart Mitte April für den Absturz der Werkself in den Tabellenkeller verantwortlich: "Klar ist: das Spiel gegen Stuttgart war der Knackpunkt."

Danach unterlagen die Niedersachsen im eigenen Stadion Arminia Bielefeld (2:3), kamen in Nürnberg nur zu einem Remis (1:1) und verloren am vergangenen Wochenende vor ausverkauften Haus Borussia Dortmund (0:2). Bei zwei weitere Pleiten in Aachen und gegen Bremen könnte die Ära Augenthaler in Wolfsburg abrupt zu Ende gehen. Dass die Wolfsburger bereits nach einer Niederlage beim Aufsteiger die Reißleibe ziehen, scheint mit Blick auf das Spiel gegen den Vizemeister am letzten Spieltag unterdessen fraglich.

Augenthaler unter Druck

Sollte Augenthaler in seinem 50. Spiel als VfL-Coach am Samstag auf dem Tivoli den ersten Auswärtssieg seit dem 7. November 2006 (2:1 in Mainz) einfahren und damit den Klassenerhalt sichern, ist die Erfüllung seines noch zwei weitere Jahre laufenden Vertrags dennoch unsicher. "Wir beobachten alles genau und werden nach der Saison nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Ich sehe die Situation als Gesamtpaket, aus dem ich den Trainer nicht ausnehmen kann", erklärte Wolfsburgs Aufsichtsrat Stephan Grühsem.

Für die neue Saison hat VW-Chef Martin Winterkorn bereits den im Februar in München entlassenen Felix Magath als Trainer im Visier. Dieser hat jedoch wohl eher Ambitionen, wieder eine Spitzenmannschaft zu übernehmen. Zudem soll der Noch-Freiburger Volker Finke in Wolfsburg im Gespräch sein.

Während sich in Wolfsburg alles um den Trainer dreht, blieb bei Alemannia Aachen zu Beginn der Woche die Suspendierung von Jan Schlaudraff und Sascha Dum das beherrschende Thema. Trotz der 0: 4-Pleite bei Eintracht Frankfurt und sechs Niederlagen in Serie wird die sportliche Leistung auch in den letzten beiden Partien auf den Nationalspieler und den U21-Akteur verzichten. "Wir treffen nicht jede Woche eine neue Entscheidung", meinte Sportdirektor Jörg Schmadtke. Zudem fehlen die Innenverteidiger Alexander Klitzpera und Nico Herzig wegen Sperren.

Amanatidis: "Wollen was holen"

Mit breiter Brust reist unterdessen Eintracht Frankfurt nach dem deutlichen Erfolg gegen Aachen zu Vizemeister und Titelaspirant Werder Bremen. "Wir wollen auch in Bremen unbedingt was holen, damit es kein Endspiel am letzten Spieltag gegen Berlin gibt", meinte Angreifer Ioannis Amanatidis.

Dass die Spieler trotz vier Punkten Vorsprung weiter "heiß" sind, bewiesen Benjamin Huggel und Ergänzungsspieler Faton Toski am Mittwoch im Training. Ausgerechnet der zuletzt in Ungnade gefallene und vermutlich nach Bremen wechselnde Albert Streit musste ein Gerangel verhindern.

Dem FSV Mainz 05 hilft im Abstiegskampf dagegen nur noch ein Wunder. Vor dem Gastspiel bei Absteiger Borussia Mönchengladbach hat die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp bereits fünf Zähler Rückstand auf den Tabellen-15. Wolfsburg und zudem die deutlich schlechtere Tordifferenz. "Wir werden bei einem Abstieg aber nicht in Depression verfallen, weil eine Perspektive da ist", sagte FSV-Präsident Harald Strutz.

(sid)
Mehr von RP ONLINE