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Olaf Bodden: Einst Torjäger, seit zehn Jahren Dauerpatient

Olaf Bodden : Einst Torjäger, seit zehn Jahren Dauerpatient

München (RPO). Nach einer Stunde ist das Treffen mit Olaf Bodden (39) beendet. Für den ehemaligen Fußballprofi wird es langsam Zeit, wieder nach Hause zu fahren. Zu lange darf er sich nicht anstrengen, sonst muss er dafür in den kommenden Tagen bitter bezahlen.

Die Kleinigkeit von einem Spaziergang oder nur zwei Stunden Konzentration können den aus dem niederrheinischen Kalkar stammenden Hünen schon umwerfen. Das Erschöpfungssyndrom CFS droht zuzuschlagen. "Ein Gesunder hat 1000 Wünsche zu Weihnachten, ein Kranker nur den einen: Dass er wieder gesund wird”, sagt Bodden.

Zehn Jahre nach seinem letzten Bundesligaspiel, der 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen am 20. Dezember 1997, leidet der ehemalige Stürmer von 1860 München, Hansa Rostock, Borussia Mönchengladbach, Viktoria Goch und SG Hasselt an den Folgen des Pfeifferschen Drüsenfiebers, das ihn 1996 heimsuchte.

Zu schnell wollte er zurückkommen, auch weil er sich von seinem damaligen Trainer Werner Lorant dazu gedrängt fühlte. Mittlerweile ahnt er: "Wenn ich lange genug nicht trainiert hätte, wäre ich heute gesund.” Bodden fühlt sich, als habe er lebenslang Grippe.

"Es geht mir nicht so schlecht, wie es manchmal gemacht wird, aber gesund bin ich natürlich nicht”, sagt Bodden. "Wenn ich mich belaste, wird das Krankheitsbild sofort schlimmer.”

Besonders schlimm wurde es Ende der 90er Jahre. Fast 35 Kilo Gewichtsverlust, ständige Magen-, Kopf- und Gliederschmerzen, dazu Durchfall, Übelkeit, Erbrechen. Über zwei Jahre lang ging das so. Die meiste Zeit war Bodden bettlägerig. Der Einschnitt in sein Leben war radikal. In 67 Bundesliga-Spielen hatte er 25 Tore erzielt, stand kurz vor einer Berufung ins Nationalteam.