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Saison-Finale in der Bundesliga: Diese Klubs zittern noch

Saison-Finale in der Bundesliga : Diese Klubs zittern noch

Borussia Mönchengladbach will noch in den Europapokal, Fortuna in der Bundesliga bleiben, Schalke muss in die Champions League – an den letzten vier Spieltagen in der Fußball-Bundesliga bricht vielerorts noch Spannung aus.

Borussia Mönchengladbach will noch in den Europapokal, Fortuna in der Bundesliga bleiben, Schalke muss in die Champions League — an den letzten vier Spieltagen in der Fußball-Bundesliga bricht vielerorts noch Spannung aus.

Der Fußball hat sich zum Herzfeind entwickelt — warnen Kardiologen. Mediziner haben festgestellt, dass dreimal so viele Patienten mit Herzproblemen behandelt werden müssen, wenn gerade ein spannendes Spiel läuft. Das gibt es an den letzten vier Spieltagen auch noch in der Fußball-Bundesliga, obwohl viele Entscheidungen bereits gefallen sind: In Mönchengladbach und Düsseldorf, auf Schalke, in Bremen, Augsburg und andernorts wird noch um das Erreichen des Saisonzieles gezittert. Diese Entscheidungen sind noch offen:

Europapokal Auch wenn die Plätze zur direkten Champions-League-Qualifikation bereits an Bayern München, Borussia Dortmund und (so gut wie sicher) an Bayer Leverkusen vergeben sind — dahinter läuft noch der Kampf um Platz vier, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. Momentan hat den der FC Schalke 04 inne, liegt aber nur einen Punkt vor dem SC Freiburg und Eintracht Frankfurt (auf den beiden Europa-League-Plätzen) sowie zwei Punkte vor Borussia Mönchengladbach und dem Hamburger SV.

Bisher gaben sich alle fünf Bewerber erstaunlich höflich und verzichteten zuletzt beinahe freiwillig auf Punkte. Das dürfte sich in den letzten Spielen ändern, schließlich geht es um Millionen-Einnahmen im internationalen Geschäft. Für Schalke ist der vierte Platz und die damit verbundene Teilnahme an der Königsklasse quasi per Vereinsdekret Pflicht, um den teuren Kader zu bezahlen.

Das Problem ist, dass die Gelsenkirchener noch gegen drei der direkten Konkurrenten spielen. Sie können alles gewinnen oder alles verlieren. Genauso wie Trainer Jens Keller, der noch um seinen Job bangt. Borussia und der HSV würden auch ganz gerne wieder international spielen und stehen schon eher unter Druck als Freiburg und Frankfurt. Beide können eine starke Saison mit dem unerwarteten Einzug in den Europapokal krönen.

Abstiegskampf Der erste Klub steht als erster Absteiger praktisch fest: Aufsteiger Greuther Fürth. Bei einer Niederlage gegen Hannover heute Abend und einem Punktgewinn Augsburgs morgen ist alles vorbei. Wer die Fürther ins Unterhaus begleitet, ist allerdings noch völlig offen. Bremen, Düsseldorf, Augsburg und Hoffenheim — einer von ihnen steigt direkt ab, und einer muss in die Relegation. Der SV Werder muss in vier Spielen fünf Punkte Vorsprung verteidigen, was angesichts der akuten Krise um Trainer Thomas Schaaf und des Restprogramms gar nicht so leicht ist.

Am 32. Spieltag kann gegen Hoffenheim eine Entscheidung fallen. Augsburg ist im Höhenflug, muss aber noch nach München zum Gratulieren (siehe: Meisterschaft). In Hoffenheim verarbeitete Trainer Markus Gisdol den erbärmlichen Auftritt in Leverkusen (0:5) mit Spielerrauswürfen. Fortuna hat an den letzten beiden Spieltagen in Nürnberg und Hannover Gegner, für die es um gar nichts mehr geht — ein kleiner Vorteil, wenn die Gegenspieler sich in Gedanken schon am Strand den Rücken eincremen. Die Düsseldorfer haben es trotz des schweren Spiels gegen Dortmund morgen Abend selbst in der Hand, den Vorsprung auf Hoffenheim und Augsburg zu verteidigen.

Prestige-Duell Wider Erwarten wird das interessanteste Bundesliga-Spiel, in dem es aber um gar nichts mehr geht, doch noch das Duell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern werden. Erstens, weil es als Testlauf für das Champions-League-Finale drei Wochen später durchgehen kann. Zweitens, weil deshalb wohl keiner der beiden Trainer A-Jugendliche aufs Spielfeld beordern wird. Und drittens, weil danach in Dortmund die Spieler durchgezählt werden müssen, ob noch alle da sind. Sonst droht den Bayern Gepäckkontrolle.

Meisterschaft Ja, die Meisterschale wird auch noch übergeben, und zwar zum letzten Heimspiel des Deutschen Meisters. Also wird die Trophäe, aus der kein Mensch Bier trinken kann, in München am 11. Mai überreicht, Augenzeugen werden staunende Augsburger. Die Frage aber ist: Knackt der FC Bayern die 100-Tore-Marke, noch bevor er die Meisterschale in Händen hält?

Hier geht es zur Infostrecke: Bundesliga 12/13: Das Restprogramm der Europacup-Kandidaten

(RP/seeg)