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Wer kommt, wer geht?: Die Bayern im Umbruch

Wer kommt, wer geht? : Die Bayern im Umbruch

Düsseldorf (RPO). Der deutsche Rekordmeister Bayern München steht vor einer schwierigen Saison. Die Qualifikation für die Champions League in der kommenden Spielzeit ist noch nicht in trockenen Tüchern, an der Säbener Straße steht ein personeller Umbruch an. Einige gestandene Profis gehen, in Jan Schlaudraff, Jose Ernesto Sosa und Hamit Altintop stehen erst drei wenig spektakuläre Transfers fest.

Nach einer für ihre Verhältnisse schwachen Saison wird nach dem Saisonende im Kader an der Säbener Straße aufgeräumt. Urgestein Mehmet Scholl beendet seine Laufbahn, Sebastian Deisler hat sein Karriereende bereits vollzogen, Hasan Salihamidzic zieht es nach Turin und bei den Offensivakteuren Roque Santa Cruz, Claudio Pizarro und Ali Karimi stehen die Zeichen ebenfalls auf Abschied.

Die bisherigen Zugänge sind dagen perspektischer Natur. Der erst 21 Jahre alte Jose Ernesto Sosa vom argentinischen Klub Estudiantes de la Plata ist in Europa selbst für Experten ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Jung-Nationalspieler Jan Schlaudraff wird nicht von allen Fachleuten ein Durchbruch in München zugetraut und Hamit Altintop kommt beim Rivalen Schalke 04 nicht über eine Reservistenrolle hinaus.

Die Bayern-Führung hatte vor der Winterpause den Fans einen Kracher für 40 Millionen Euro in Aussicht gestellt, doch kristallisieren sich die Verhandlungen mit den Wunschkandidten, auch aufgrund der derzeitigen sportlichen Situation (Platz vier in der Bundesliga), als schwierig heraus.

Ein Objekt der Begierde bei den Bayern ist Italiens Weltmeister-Stürmer Luca Toni vom AC Florenz. Die italienische Tor-Maschine (67 Tore in den vergangenen drei Serie-A-Spielzeiten insgesamt) wurde zuletzt angeblich in München gesichtet und Präsident Franz Beckenbauer bestätigte unlängst das Interesse an dem 1,93 Meter großen Sturmtank, doch dem 29-Jährigen liegen offenbar Anfragen von Inter Mailand und Juventus Turin vor.

Da italienische Profis selten das Ausland vorziehen, wenn diese großen Klubs anklopfen, scheinen die Bayern bei den Verhandlungen ebenso den Kürzeren zu ziehen wie beim Poker um den Niederländer Ruud van Nistelrooy im vergangenen Sommer, der dem spanischen Rekordmeister Real Madrid den Zuschlag gab.

Aber nicht nur im Angriff ist der Champions-League-Sieger von 2001 auf der Suche nach Verstärkungen. Ein Spielmacher soll her. Einerseits um die Stürmer besser in Szene zu setzen als bislang, andererseits um den Zuschauern den seit Jahren angekündigten, spektakulären und schönen Fußball zu bieten.

Heiße Kandidaten sind die bundesliga-erfahrenen Rafael van der Vaart vom Hamburger SV und Diego von Werder Bremen. Die Regisseure stehen bei Franz Beckenbauer gleichermaßen hoch im Kurs, Manager Uli Hoeneß scheint den Südamerikaner zu favorisieren. Man darf gespannt sein, für wen sich die Elefantenrunde um Beckenbauer, Hoeneß und dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge entscheidet. Sicher ist nur, beide Transfers würden den Rekordmeister von der Isar teuer zu stehen kommen.

Viele Fragezeichen rund um die Allianz Arena: Wir zeigen Ihnen in unserer "Mehr-zum-Thema-Box" oben rechts, wie der Kader des deutschen Rekordmeisters in der kommenden Saison aussehen könnte und bewerten für Sie den Stellenwert der einzelnen Akteure.

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