28. Bundesliga-Spieltag: Der Kampf um die Existenz spitzt sich zu

28. Bundesliga-Spieltag: Der Kampf um die Existenz spitzt sich zu

Berlin (RPO). Sieben Spiele sind noch zu absolvieren in der laufenden Bundesliga-Saison. Sieben Spiele, in denen für sechs Mannschaften die Existenz auf dem Spiel steht. Während Hertha BSC Berlin nach dem letzten Strohhalm greift, müssen Freiburg, Nürnberg, Hannover und Köln unbedingt punkten.

Nach dem 5:1-Coup am letzten Spieltag beim deutschen Meister VfL Wolfsburg ist beim schon totgesagten Schlusslicht Hertha BSC die Hoffnung zurückgekehrt. "In Wolfsburg haben wir unsere zahlreichen Möglichkeiten in Tore umgemünzt. Diese Effizienz im Abschluss müssen wir am Samstag an den Tag legen", sagte Trainer Friedhelm Funkel vor dem Duell mit Borussia Dortmund.

Allerdings macht Berlin der Heimkomplex zu schaffen. Seit dem 1:0 am ersten Spieltag gegen Hannover 96 gab es im Olympiastadion keinen Sieg. Zudem trübten die jüngsten Ausschreitungen das Verhältnis zwischen Mannschaft und Anhängern.

Kapitän Arne Friedrich sieht die einzige Chance darin, dass niemand mehr die Hertha auf der Rechnung hat. "Die Konkurrenz hat uns schon abgeschrieben. Die rechnen nicht mehr mit uns", sagte der Nationalspieler. Bei fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz zählt nur ein Sieg, doch die Vorzeichen stehen schlecht. Funkel muss auf Florian Kringe verzichten, dem Mittelfeldspieler droht wegen einer Fußprellung sogar das Saison-Aus. Fraglich ist der Einsatz von Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek.

Großer Druck für Hannover

Hannover 96 steht mit 23 Punkten besser da, verspürt aber vor dem Duell mit dem 1. FC Köln riesigen Druck. "Das ist von den verbleibenden sieben Partien die wichtigste", sagte Präsident Martin Kind, der entgegen seiner sonstigen Gewohnheit der Mannschaft beim Training einen Besuch abstattete. "Ich wollte ein Zeichen setzen", sagte der Klub-Boss.

Nach einem "Mini-Hoch" mit zwei Siegen sind die Niedersachsen am vergangenen Spieltag durch das 0:2 beim VfB Stuttgart wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Trainer Mirko Slomka nimmt seine Spieler in die Pflicht. "Wir müssen dieses Spiel unbedingt gewinnen", sagte Slomka: "Dann hätten wir die Kölner in den Abstiegsstrudel gezogen."

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Die Gäste aus Köln scheinen die Abstiegsgefahr nicht wahrhaben zu wollen. "Ich kann das Gerede vom Negativtrend nicht mehr hören", sagte Trainer Zvonimir Soldo, dessen Team seit acht Spielen sieglos ist. Immerhin: Nationalspieler Lukas Podolski ist nach einer Bauchmuskelzerrung wieder fit.

Neuer Hoffnungsträger der 96er ist Jan Schlaudraff, der nach seiner Strafversetzung in die zweite Mannschaft nach zuletzt guten Leistungen wieder zum Kader gehört und sogar eine Chance auf einen Einsatz von Beginn an hat. Verletzt ausfallen werden dagegen auf jden Fall Defensiv-Allrounder Constant Djakpa, Torjäger Arouna Kone und Spielmacher Elson.

Nürnberg mit Rückenwind nach Bremen

Mit breiter Brust reist der 1. FC Nürnberg nach Bremen. Zwar steckt der Club mit 25 Punkten mitten im Abstiegskampf, doch nach zuletzt fünf Spielen ohne Niederlage haben die Franken neuen Mut. "Wir können mit einem Erfolg ein richtiges Ausrufezeichen setzen", sagte Trainer Dieter Hecking: "Wir begegnen Werder mit viel Respekt, aber wir werden dort nicht in Ehrfurcht erstarren." Wieder dabei ist Torjäger Albert Bunjaku.

Auf große Unterstützung können die Nürnberger nicht hoffen. Nachdem der Klub vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für die kommenden Auswärtsspiele dazu verurteilt worden war, nur Sitzplatztickets zu verkaufen, hat der Verein nun bereits ausschließlich personalisierte Karten ausgegeben. Das hat zur Folge, dass nur rund 600 Anhänger den Club begleiten.

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(SID/seeg)