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Der FC Bayern München lässt es auf der Feier krachen

Meisterfeier auf dem Marienplatz : Bayern feiern vor 15.000 – und haben doch den BVB im Kopf

Die Weißbierdusche ließ Pep Guardiola über sich ergehen, als wäre es ein Champagnerbad. Dass ihm danach die Meisterschale aus den Hände glitt - geschenkt.

Für einige Momente genoss der Startrainer von Bayern München seinen ersten Bundesliga-Titel in tiefen Zügen bevor ihn im Feiertrubel die Realität einholte. Erst in einer Woche im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund wird sich entscheiden, ob es "nur" eine gute oder sogar eine sehr gute Saison für den Rekordmeister war.

Nach dem mühsamen 1:0 (0:0) gegen den VfB Stuttgart schlussfolgerte der Spanier schon mal, dass die Stimmung nicht so sei, als hätten die Münchner den Titel erst jetzt perfekt gemacht. "Es fühlt sich ein bisschen komisch an", sagte auch Arjen Robben, weil der früheste Titel der Bundesliga-Geschichte ja bereits seit dem 25. März feststand. Auch der Niederländer hat den BVB längst im Kopf. "Wir alle wissen, worum es geht am nächsten Samstag. Das sind für alle doch die schönsten Spiele."

Keine wilde Feier

Und so war die Meistersause diesmal reichlich unspektakulär. Kein vulkanartiger Ausbruch der Freude wie im Vorjahr, als die Schale endlich wieder dorthin zurückkam, wo sie aus Bayern-Sicht hingehört. Die verpasste Triple-Verteidigung nagt noch, sie überlagerte auch die Freudentänze auf dem Spielfeld, den Jubel im Stadion - einfach alles. "Im Vergleich zum Vorjahr", meinte Nationalspieler Thomas Müller, "hatten wir nicht den durchschlagenden Erfolg". Außerdem gestand er, dass "natürlich noch ein bisschen Unruhe drin" sei.

Zur Unruhe gesellt sich nun auch die Sorge um Bastian Schweinsteiger. Der Vize-Kapitän reckte zwar den Daumen hoch, als er wortlos durch die Mixed-Zone ging, doch sein Blick sagte nicht das Gleiche aus. In der 37. Minute war Schweinsteiger mit Knieproblemen unfreiwillig vom Platz gegangen, es sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen. "Der Doktor hat mir gesagt, es ist die Patellasehne. Wir haben noch sechs Tage Zeit", sagte Guardiola, der die angeschlagenen Philipp Lahm, Mario Götze und Franck Ribery bereits für das Finale in Berlin geschont hatte.

Boateng begießt Guardiola

Für den Spanier war seine erste Meisterfeier, bei der die Bayern die Schale um 21.19 Uhr den Fans auf dem Marienplatz präsentierten, dennoch eine grandiose Erfahrung ("Speziell, ich bin sehr stolz") - auch die erste Bekanntschaft mit der Weißbiertradition. Mit ausgebreiteten Armen wartete er auf das unvermeidliche Ritual, bevor Jerome Boateng es mit einen kräftigen Schwall vollzog. "Es ist kalt, es brennt in den Augen, aber nach der Dusche ist es okay", sagte Guardiola, der selbst auch Spaß daran fand und Toni Kroos kräftig einnässte.

Dennoch: Der Auftritt gegen den VfB legte nicht zwangsläufig die Vermutung nahe, dass den Münchnern das zehnte Double der Klubgeschichte gelingt. Die Leidenschaft der zweiten Halbzeit, die in der Nachspielzeit das Tor des Tages durch Claudio Pizarro (90.+2) brachte, sei vonnöten, um zu gewinnen, sagte Guardiola. "Wir sind definitiv für Dortmund präpariert", betonte Kapitän Lahm: "Wir haben einen Titel in der Tasche, jetzt wollen wir den zweiten."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das Meisterbankett der Bayern

(sid)