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Trainingsauftakt in Mainz: "Danish Dynamite" Hjulmand voller Tatendrang

Trainingsauftakt in Mainz : "Danish Dynamite" Hjulmand voller Tatendrang

Der Däne Kasper Hjulmand hat seinen Dienst als Trainer des Bundesligisten FSV Mainz 05 angetreten. Damit beginnt bei den Rheinhessen die Ära nach Thomas Tuchel.

Bei der WM-Endrunde in Brasilien sind die Dänen nur Zuschauer, doch beim FSV Mainz 05 hat am Montag "Danish Dynamite" gezündet. "Ich bin voller Power. Ich bin frisch und bereit", sagte der neue dänische Coach Kasper Hjulmand, der die Profis des Fußball-Bundesligisten bei seinem Amtsantritt vielleicht auch wegen seiner überschüssigen Energie gleich zweimal (10 und 17 Uhr) trainieren ließ.

Damit hat bei den Rheinhessen, die als zweiter Erstligist nach dem Hamburger SV in die Saison-Vorbereitung gestartet sind, eine neue Zeitrechnung begonnen. Fünf Wochen hat der Nachfolger von Thomas Tuchel, der sich trotz seines guten Deutsch zumeist in Englisch äußerte, um die Mainzer fit zu machen.

Schon am 31. Juli bestreitet der FSV das Hinspiel in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League. Eine Woche später steht das Rückspiel auf dem Programm. National geht es Mitte August (15. bis 18.) los. In der ersten Runde des DFB-Pokals müssen die Mainzer beim Drittligisten Chemnitzer FC antreten, eine Woche später beginnt die Liga.

Am Montag musste Hjulmand, der seine Landsleute Keld Bordinggaard und Flemming Pedersen als Assistenten mitgebracht hat, ohne die WM-Teilnehmer (Shinji Okazaki, Junior Diaz, Ja-Cheol Koo, Joo-Ho Park und Eric Maxim Choupo-Moting) auskommen. Erstmals bei den Profis waren dagegen fünf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs (Robin Zentner, Tobias Schilk, Patrick Pflücke, Petar Sliskovic und Devante Parker) dabei.

Noch keine Zugänge

Zugänge lassen weiter auf sich warten, obwohl die Mainzer in allen Mannschaftsteilen nach Verstärkungen suchen. Christian Heidel ist bei der Spielersuche zwar in einer "sehr aktiven Phase", der Manager möchte aber nichts überstürzen. Heidel ist sich sicher, dass das Transferkarussell erst nach der WM-Endrunde Fahrt aufnehmen wird.

Das gilt auch für Choupo-Moting. Der Vertrag des Offensivspielers läuft in einer Woche aus. Der FSV würde den Nationalspieler Kameruns zwar gerne behalten, ein Wechsel ist aber eher wahrscheinlich. Die Mainzer planen deshalb ohne "Choupo".

Der Plan für die nächsten Wochen steht auch bereits. Am Freitag beginnen die Testspiele. Es geht los mit einer Partie beim SV Guntersblum. Die weiteren Gegner sind die Sportfreunde Eisbachtal (29. Juni), RW Darmstadt (5. Juli) und der FC Zürich (12. Juli). Vom 20. bis 26. Juli steht das Trainingslager im St. George's Park in Birmingham, dem Trainingszentrum des englischen Verbands (FA), auf dem Programm. Dort soll es einen Test gegen Besiktas Istanbul geben.

Während bei der Vorbereitung alles in trockenen Tüchern ist, muss Hjulmand im privaten Bereich noch improvisieren. Der 42-jährige, der sich bis 2017 an die Mainzer gebunden hat, konnte noch kein Haus im Stadtteil Gonsenheim für seine fünfköpfige Familie finden - obwohl er sich bereits seit Dienstag in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt aufhält. Vorerst wohnt Hjulmand deshalb im Hotel, die Familie soll aber schon bald nachkommen.

Vor einem Monat hatten die Mainzer, die Ex-Profi Bo Svensson in den Trainerstab integrieren möchten, den Vertragsstreit mit Tuchel beendet. Der Kontrakt des Trainers, der noch bis zum Ende der kommenden Saison an die Rheinhessen gebunden ist, wird bis zum 30. Juni 2015 ruhen. Der Vertrag wird nicht aufgelöst, Tuchel erhält aber kein Gehalt mehr.

Sollte ein anderer Klub den Coach in dieser Zeit verpflichten wollen, muss er wahrscheinlich eine Ablösesumme zahlen. Bisher ist laut Heidel aber noch kein Verein an den FSV herangetreten. Der Manager dementierte damit eine angebliche Einigung Tuchels mit Galatasaray Istanbul. Tuchel hatte nach der vergangenen Saison erklärt, dass er nicht mehr für die Mainzer arbeiten wolle.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hjulmand leitet erstes Training in Mainz

(sid)