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Coronavirus: Bundesliga pausiert bis 2. April - Geisterspiele "einzige Überlebenschance"

Saison soll aber zu Ende gespielt werden : Bundesliga pausiert bis mindestens 2. April

Am Montag trafen sich das Präsidium der DFL und Vereinsvertreter der beiden Bundesligen. Das Ergebnis: Die Bundesliga und die 2. Liga unterbrechen ihren Spielbetrieb aufgrund des Coronavirus bis mindestens zum 2. April. Die Saison soll aber zu Ende gespielt werden.

Rund dreieinhalb Stunden saß das DFL-Präsidium und Vertreter der ersten und zweiten Bundesliga am Montag in Frankfurt zusammen. Das Hauptergebnis: Die Saison soll nach Möglichkeit zu Ende gespielt werden. In der Bundesliga und der 2. Liga ruht bis mindestens 2. April der Ball. Danach könnten die Ligen den Spielbetrieb wieder aufnehmen. „Ich möchte ausdrücklich betonen, dass wir nicht davon ausgehen, ab dem 3. April wieder zu spielen“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. In der Woche ab dem 30. März wollen sich die Vereine erneut abstimmen.

Falls Spiele im April wieder stattfinden, dann möglicherweise weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Geisterspiele sind die einzige Überlebenschance“, erklärte Seifert. „Jetzt kann sich zeigen, was an dieser Solidargemeinschaft Bundesliga dran ist - und damit meine ich nicht das Finanzielle."

Zunächst soll aber die Sitzung der Europäischen Fußball-Union (Uefa) am Dienstag abgewartet werden. Denn eine Absage oder Verlegung der Europameisterschaft ist Grundvoraussetzung dafür, den Spielbetrieb bin in den Juni hineinzulegen. „Ich gehe davon aus, dass die nationalen Ligen ab morgen mehr Flexibilität haben werden und bis in den Mai und Juni planen können", sagte Seifert.

Der 50-Jährige sprach von der „schwierigsten Phase unseres ganzen Berufslebens“. Es gebe mehr offene Fragen als Antworten. „Wir wissen auch nicht, was morgen auf uns wartet“, sagte Seifert. „Wenn der Coronavirus unser größter Feind ist, ist die Unsicherheit unser zweitgrößter Feind.“ Die Klubs einigten sich auf einen „Notfall-Paragrafen“, damit Entscheidungen schneller und unkomplizierter getroffen werden können.

Am vergangenen Freitag hatte die DFL nach massiver Kritik und langem Hin und Her den eigentlich für das Wochenende geplanten 26. Spieltag abgesagt. Die Branchengrößen hatten das zögerliche Krisenmanagement im Anschluss auch mit finanziellen Zwängen begründet. Hintergrund sind Zahlungen aus dem milliardenschweren TV-Vertrag, die nur fällig werden, wenn auch tatsächlich gespielt wird.

„Mir ist bewusst, dass der Profifußball von außen oft als reines Milliardengeschäft gesehen wird“, sagte Seifert. „Ein Sachverhalt findet nicht immer Beachtung: Der Kern ist natürlich das Spiel. Dahinter steht aber inzwischen deutlich mehr. In den letzten Jahren sind 56.000 Vollzeit- und Teilzeitarbeitsplätze entstanden, dazu kommen 10.000 weitere Jobs in angrenzenden Bereichen.“

(erer/pabie)