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Corona und Fußball: So ist die Pandemie-Aktivität an den Bundesliga-Standorten

Zuschauer hängen vom Ort ab : So ist die Pandemie-Aktivität an den Bundesliga-Standorten

In einem an alle Profiklubs verschickten Konzeptpapier hat die DFL erstmals klare Richtlinien für eine Zuschauerrückkehr in die Fußballstadien genannt. Wir fassen die wichtigsten Punkte zu Auslastung, Gästefans und Alkohol im Stadion zusammen.

Die Rückkehr der Fans in die Fußballstadien rückt näher: Die Deutsche Fußball Liga hat an die Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga einen Leitfaden zur Wiederzulassung von Zuschauern in die Stadien verschickt. Wie die DFL am Mittwoch mitteilte, wolle man damit die Klubs bei der Erarbeitung standort-individueller Konzepte unterstützen. „Der Leitfaden dient als Orientierung für die Grundstruktur der zu erstellenden Konzepte und beinhaltet zahlreiche zu berücksichtigende Aspekte“, hieß es in der Mitteilung. Er sei dem Bundesgesundheitsministerium vorab zur Bewertung vorgelegt worden. Ein Ministeriumssprecher sagte in Berlin, das DFL-Konzept berücksichtige „wesentliche Aspekte des Infektionsschutzes“.

Die wichtigsten Punkte des Konzepts:

  • Was in den Stadien möglich ist, soll stark von den Bedingungen vor Ort abhängen. Die DFL unterscheidet zwischen drei Pandemie-Leveln: hoch, mittel, niedrig. Ist das Level hoch (Sieben-Tage-Inzidenz bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner), gibt es keine Zuschauer. Ist es mittel (zwischen fünf und 35), gibt es „zu definierende Auflagen“, ist es niedrig (unter fünf), kann eine „sukzessive Rückkehr zum Normalbetrieb“ stattfinden.
  • Die mögliche Kapazität in einem Stadion hängt erstens davon ab, wie viele Zuschauer mit nötigem Abstand auf der Tribüne Platz finden und zweitens davon, wie An- und Abreise, Einlass und Aufenthalt rund ums Stadion gewährleistet werden können, ohne dass es zu großen Menschenansammlungen kommt. Heißt: Wenn etwa in Mönchengladbach nicht gewährleistet werden kann, dass sich keine großen Schlangen vor den Bushaltestellen bilden, muss die Kapazität im Stadion entsprechend reduziert werden. Auch weitere Nadelöhre wie enge Treppen oder eine schlechte Toilettensituation können sich negativ auswirken.
  • Die DFL empfiehlt klar die Anreise mit dem Auto. Ob eine Anreise mit dem ÖPNV überhaupt möglich ist, sei noch unklar.
  • Drei exemplarische Modelle der DFL zeigen, wohin die Reise gehen könnte: Auf Sitzplatztribünen wird mit einer möglichen Auslastung in den Modellen 33,3 Prozent, 44,4 Prozent und 50 Prozent gerechnet. So könnten Zuschauer zu zweit nebeneinandersitzen, daneben, darüber und darunter bleiben Plätze leer. Grundsätzlich sei es auch denkbar, größere „Haushaltsgruppen“ zusammen sitzen zu lassen – das müssten dann aber Personen sein, die nachweislich aus einem Haushalt kommen. Dass im Stadion Masken getragen werden müssen, steht nicht fest, wird im Leitfaden aber an mehreren Stellen in Aussicht gestellt. Vermutlich werden Besucher aus verschiedenen Blöcken strikt voneinander getrennt. Auch von einem „Einbahnstraßensystem“ im Stadion ist die Rede.
  • Stehplätze sind in dem Modell nur zu 12,5 Prozent ausgelastet, es wäre also jeder achte Platz gefüllt. Es sollen nur zwei Menschen zusammenstehen, mit bis zu vier Treppenstufen Platz bis zur nächsten Gruppe. Seitlich sollen mindestens 1,50 Meter zwischen den Zweier-Gruppen liegen. Hier könnte es einen Konflikt mit Gesundheitsminister Jens Spahn geben: Der fordert, dass Stehplatztribünen komplett geschlossen bleiben.
  • Vieles deutet darauf hin, dass eine Rückkehr nur stufenweise erfolgen wird. So sei das Infektionsrisiko im Herbst vermutlich höher, auch würden die Schüler in die Schulen zurückkehren und viele Menschen aus dem Urlaub wiederkommen. Es sei daher eine schrittweise Rückkehr zu empfehlen.
  • Es ist davon auszugehen, dass die Ticketnachfrage das Angebot stark übersteigt. Wie die Vereine ihre Tickets verteilen, steht ihnen frei – sie müssten dabei aber fair, sachlich und objektiv entscheiden. Eine Online-Ticketvergabe wird stark empfohlen.
  • Was das Thema Gästefans angeht, legt sich die DFL in ihrem Konzept nicht fest. Hier steht eine Entscheidung noch aus.
  • Um die Infektionsketten nachzuvollziehen, könnten Ticketkäufer dazu aufgefordert werden, Kontaktdaten zu hinterlassen. Die Vereine sollten ihren Fans empfehlen, die Corona-Warn-App zu benutzen – sie aber keinesfalls dazu verpflichten. Die Fans sollen zu unterschiedlichen Zeitfenstern ins Stadion gehen und es auch zeitversetzt wieder verlassen, um Ansammlungen zu vermeiden. Zeiten nennt die DFL nicht.
  • Den Verkauf von alkoholischen Getränken schließt die DFL nicht aus – Gesundheitsminister Spahn ist für ein Alkoholverbot in den Stadien. Laut DFL sei das eine Entscheidung, die die örtlichen Behörden treffen müssen.