1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Corona-Krise: Virologe Alexander Kekulé hält Spiele in der Bundesliga im Mai für machbar

Trotz Corona-Krise : Virologe Kekulé hält Spiele in der Bundesliga im Mai für machbar

Der Spielbetrieb in der Bundesliga ruht mindestens bis zum 30. April. Virologe Alexander Kekulé glaubt, dass es ab Mai weitergehen könnte. Dies wäre aber mit „drakonischen“ Maßnahmen verbunden. Spiele vor Zuschauern seien jedoch unrealistisch.

Virologe Alexander Kekulé hält eine Fortsetzung der Fußball-Bundesliga im Mai für möglich. "Machbar ist alles", sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Halle/Saale im Aktuellen Sportstudio des ZDF: "Man kann sich überlegen, wie man die Bundesligaspieler speziell absichert, dass sie in der Lage sind zu spielen."

Für die Spieler sei dies aber mit "drakonischen" Maßnahmen verbunden. "Man müsste für sie den Lockdown verlängern. Sie müssten privat unter besonderen Sicherheitsbedingungen weiterleben. Die ganze Mannschaft müsste in eine Art Spezialquarantäne. Außerdem müsste man sie vor jedem Spiel neu testen", sagte Kekulé. Insgesamt bräuchte man bei diesem Vorhaben bis Saisonende ungefähr 20.000 Tests.

Man müsse berücksichtigen, dass die Spieler nicht zur Risikogruppe gehören, sagte der 61-Jährige: "Rein virologisch wäre das Problem deshalb lösbar. Aber nur, wenn man eine Art spezielle Blase für die Fußballspieler schafft." Die Frage wäre nur, wie man diese Spezialbehandlung der Fußballer der Gesellschaft erkläre, wenn es ganz vielen anderen Leuten draußen schlecht gehe.

Nach Ansicht von Kekulé können Fußballspiele im Jahr 2020 allerdings nur noch vor Geisterkulissen stattfinden. "Ich würde für dieses Jahr nichts mehr planen mit Publikum", sagte der Virologe: "Da wäre ich pessimistisch. Es sieht nicht so aus, als könnten wir dieses Jahr noch ernsthaft so etwas ins Auge fassen."

(sid/old/dpa)