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Kanzlerin Merkel als "neutraler" Fan: BVB macht Appetit auf Ajax

Kanzlerin Merkel als "neutraler" Fan : BVB macht Appetit auf Ajax

Borussia Dortmund scheint für die Champions League gerüstet. Drei Tage vor dem ersten Gruppenspiel gegen Ajax Amsterdam setzte der deutsche Meister in der Bundesliga eine erste Duftmarke.

Jürgen Klopp schwärmte von einem "extrem guten Spiel" und Kanzlerin Angela Merkel hätte sich beinahe als Fan von Meister Borussia Dortmund geoutet. "Beim 1:0 hat sie kurz mit den Armen gezuckt und dann offenbar gemerkt, dass sie neutral ist", meinte der BVB-Trainer nach dem lockeren 3:0 (2:0) des BVB über Bayer Leverkusen grinsend. Fest steht: Die Schirmherrin der Spieltags-Aktion "Geh Deinen Weg" erlebte einen unterhaltsamen Nachmittag.

Die Westfalen machten nicht nur der zahlreichen Prominenz, darunter DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, der die Kampagne für Integration und gegen Rassismus im Fußball vor Ort unterstützte, Appetit auf ihr Auftaktspiel in der Champions League am kommenden Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen den niederländischen Meister Ajax Amsterdam.

"Das ist der Fußball, den wir spielen wollen und müssen"

"Wir werden gegen Ajax alles mitnehmen, was es heute an Positivem gegeben hat", versprach Klopp. Und das war im Vergleich zu den beiden ersten Saisonspielen gegen Bremen (2:1) und in Nürnberg (1:1) eine ganze Menge. "Erstmals haben wir wieder alles auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben", resümierte Klopp.

Konzentration von "der ersten Minute bis zur letzten Sekunde" hatte der 45-Jährige gesehen. "Das ist der Fußball, den wir spielen wollen und müssen, wenn wir weiterhin erfolgreich sein wollen." Klopp sprach sogar von der ersten Messlatte in dieser Spielzeit als Orientierung für die Begegnungen in den kommenden sechs englischen Wochen.

"Wir sind darauf bestens vorbereitet, wir befinden uns in einer guten Verfassung und freuen uns darauf", sagte Mario Götze, der erstmals in dieser Saison in der Startformation stand, während Marco Reus zunächst auf der Bank saß. Der Ex-Gladbacher zeigte nach seinem 100. Bundesliga-Einsatz Verständnis: "Wir haben so viele Spiele vor der Brust, da wird noch jeder gebraucht."

Nationalspieler Ilkay Gündogan, einer der überragenden Akteure auf dem Platz, bestätigte die gute Verfassung, in der sich der BVB nach der Länderspielpause präsentierte und sich nicht zuletzt in den Toren von Mats Hummels (29.), Jakub Blaszczykowski (39.) und Robert Lewandowski (79.) widerspiegelte.

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Bayer-Coach Lewandowski war bedient

Mit seinem aggressiven Pressing setzte der BVB gleich zu Beginn ein Signal - und dem Gegner Grenzen. Bayer wirkte ideenlos und hilflos und war am Ende sogar mit dem Ergebnis noch gut bedient. Die Erfolgsserien des Double-Gewinners, der zu Hause seit nunmehr einem Jahr (zuletzt am 10. September 2011 1:2 gegen Hertha BSC) und in der Liga insgesamt schon 31 Spiele unbesiegt ist, geriet nie in Gefahr. Somit ist für die Borussia die fast 30 Jahre alte Bundesliga-Bestmarke des Hamburger SV, der einst 36 Begegnungen ohne Niederlagen geblieben war, in greifbarer Nähe.

"Man kann in Dortmund verlieren, aber die Art und Weise wurmt mich gewaltig", wetterte Bayer-Coach Sascha Lewandowski, und Sportdirektor Rudi Völler meinte mit Blick auf den Europa-League-Auftakt am Donnerstag (21.05 Uhr) gegen Metalist Charkow sichtlich verärgert: "Nur immer elegant geht nicht, da muss man auch mal richtig hinlangen."

Somit bereitete Leverkusen die Bühne für die nach dem WM-Qualifikationsspiel in Österreich (2:1) am vergangenen Dienstag vielkritisierten Nationalspieler des BVB. Hummels hatte sogar noch Pech, als der Ball in der Schlussminute nach einem Kopfball von der Latte auf der Torlinie landete. Und Verteidiger Marcel Schmelzer "hat ebenfalls eine überragende Leistung gezeigt und die Antwort auf dem Platz gegeben", ergänzte Klopp.

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(sid)