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BVB, Gladbach, Köln und Co.: Was bei den NRW-Bundesligisten auffällt

BVB, Gladbach, Köln und Co. : Was bei den NRW-Bundesligisten auffällt

Borussia Dortmund offenbart alte Schwächen, Bayer Leverkusen hat ein neues Lieblingswort, und Bielefeld führt eine Tabelle an. Diese Punkte fallen bei den sechs NRW-Bundesligisten auf.

So unterschiedlich die Ambitionen der sechs NRW-Bundesligisten sind, so unterschiedlich sind sie in die neue Saison gestartet. Wir sagen Ihnen, mit welchen Auffälligkeiten die Teams in die Länderspielpause gegangen sind.

Borussia Mönchengladbach: Unter Adi Hütter kommt die Mannschaft langsam aber sicher ins Rollen. Zwei Siege in Serie konnte die Borussia vor der Länderspielpause feiern. Doch im Hinterkopf von Max Eberl dürfte in diesen ruhigeren Tagen der Länderspielpause das Thema Vertragsverhandlungen anklopfen. Kostenpflichtiger Inhalt Schließlich laufen bei Matthias Ginter, Denis Zakaria, Patrick Herrmann und Jordan Beyer die Verträge im nächsten Sommer aus, die von neun weiteren Spielern dann 2023. Noch lässt sich der Sportdirektor aber nicht hetzen. „Wir machen das in einer Phase, in der es passt“, sagte er kürzlich.

Borussia Dortmund: Platz drei in der Liga. Zwei Siege in zwei Spielen in der Champions League. Überzeugend in der Ballbesitz-Statistik und die beste Passquote der Liga. Man könnte meinen, der Saisonstart unter dem neuen Trainer Marco Rose wäre geglückt. Gäbe es da nicht die Statistiken. Die Gegentorflut hat Rose noch nicht unter Kontrolle gebracht. 13 Mal musste Gregor Kobel den Ball in der Liga schon aus seinem Netz holen. Nur drei Teams kassierten mehr als der Meister-Herausforderer. Die Standardschwäche ist zudem eklatant. Die Hälfte aller Gegentore fiel nach ruhendem Ball.

Das vielleicht größte Problem könnte die Abhängigkeit von Stürmer Erling Haaland sein. Steht er nicht auf dem Platz, wird es schwierig. Elf Tore gehen in dieser Saison bereits auf sein Konto. Zweitbester Schütze ist Raphael Guerreiro – mit drei Treffern. Dabei fehlt der Norweger seit drei Spielen verletzungsbedingt.

1. FC Köln: Mitunter musste man sich in dieser Saison schon mal kneifen, wenn man die Mannschaft hat spielen sehen. Aggressives Pressing und Offensivspektakel: der neue Trainer Steffen Baumgart hat seinen Spielern neuen Selbstvertrauen eingeimpft und tritt mitunter auf wie eine Spitzenmannschaft. Nichts ist mehr zu sehen vom defensiven Fußball unter Markus Gisdol. Es sind Vollgasveranstaltungen, wie sie einst Jürgen Klopp mit dem BVB prägte. Die Spieler des „Effzeh“ haben die meisten intensiven Läufe der Liga abgeliefert, 5160 an der Zahl. 119 Flanken haben die Spieler bisher geschlagen – 18 mehr als die Hoffenheimer auf Platz zwei. Der bisherige Weg lässt erwarten, dass Baumgart mit seinen Kölnern noch lange nicht am Ende ist. 

Bayer Leverkusen: Es ist schon auffällig, wie häufig in diesen Wochen das Wort „wir“ im Umfeld der Werkself benutzt wird. Man könnte herausstellen, Kostenpflichtiger Inhalt wie gut Simon Rolfes und sein Team auf dem Transfermarkt gearbeitet haben, wie stark die Handschrift des neuen Trainers Gerardo Seoane schon zu erkennen ist, wie großartig Florian Wirtz aufspielt. Aber niemand rund um den Verein verweist auf individuelle Punkte für den Aufschwung. „Wir machen es momentan sehr gut“, sagte etwa Kerem Demirbay. Was mit diesem „Wir“-Gefühl wirklich möglich ist in dieser Saison, wird sich wohl nach der Länderspielpause herausstellen. Denn dann geht es gegen den FC Bayern. Dort wird bekanntlich ebenfalls großer Wert auf selbiges Thema gelegt. Dort heißt es nur „Mia san mia“.

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Arminia Bielefeld: Bei den Ostwestfalen dürften langsam die Erinnerungen an die Saison 1996/1997 wach werden. Vor 25 Jahre stand der Klubs zuletzt nach sieben Spieltagen noch ohne Sieg in der Bundesliga dar. Der erste Erfolg gelang damals sogar erst am 9. Spieltag. Immerhin: Bielefeld hielt damals recht problemlos die Klasse. Das ist auch in dieser Saison wieder das große Ziel – vor allem nach dem großen Umbruch im Kader im Sommer. Doch ganz so schlecht, wie es der reine Tabellenplatz derzeit aussagt, spielt die Arminia nicht.

Hoffnung machen können zwei Statistiken: die Spieler von Trainer Frank Kramer reißen die meisten Kilometer aller Bundesligisten auf dem Platz ab. 831,65 Kilometer haben seine Spieler schon zurückgelegt. Und auch in der Luft macht den Bielefeldern niemand etwas vor. Allein Fabian Klos gewann 43 seiner Kopfballduelle. Da muss doch bald auch vor dem Tor etwas bei herumkommen.

VfL Bochum: Vor der vergangenen Saison hätten wohl nur wenige Experten damit gerechnet, dass der VfL Bochum in diesem Jahr in der Bundesliga spielen wird. Doch er tut es – bisher allerdings nur bedingt erfolgreich. Platz 17, nur vier Punkte. Noch ist sicherlich nichts angebrannt, doch der größte Stärke der vergangenen Saison beraubt sich die Mannschaft derzeit selbst: die Geschlossenheit. Drang in den vergangenen gut zwei Jahren kaum Kritik an die Öffentlichkeit, ließ vor allem Torhüter Manuel Riemann zuletzt seinem Frust freien Lauf und kritisierte seine Mitspieler öffentlich. Das ist für den Teamgeist nicht gerade förderlich, weshalb Reis ihn zum Rapport bestellte. „Es nützt nichts, wenn wir uns gegenseitig an den Pranger stellen. Wir müssen Souveränität ausstrahlen und ein einheitliches Bild abgeben“, sagte er. Der Trainer hat erkannt: Nur als Einheit kann der Klassenerhalt gelingen.