Bundesliga Trainerfrage: Heidenheims Frank Schmidt übt Kritik am System

Heidenheims Schmidt übt Kritik am System : „Eindruck, dass Trainer nicht mehr gebraucht werden“

Frank Schmidt ist seit fast zwölf Jahren Coach beim Zweitliga-Klub 1. FC Heidenheim. Er moniert Entlassungen seiner Trainer-Kollegen als Reflex. Rückendeckung des Vereins sei wichtig, um kontinuierlich arbeiten zu können.

Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel, Mönchengladbachs verabschiedeter Trainer Dieter Hecking, Bayern Münchens Vorerst-Weiter-Trainer Niko Kovac – sie alle haben in den vergangenen Tagen beklagt, wie schnell einem Coach heutzutage die Entlassung drohe und wie sehr der menschliche Umgang gelitten habe. Einer, der das Gegenbeispiel zur beklagten „Hire-and-Fire“-Mentalität darstellt, ist Frank Schmidt. Der 45-Jährige ist seit inzwischen elf Jahren und acht Monaten bei Zweitligist 1. FC Heidenheim und damit der dienstälteste Trainer im deutschen Profifußball.

Schmidt sagt zur aktuellen Debatte: „Etwas überspitzt formuliert konnte man in der vergangenen Saison tatsächlich manchmal den Eindruck gewinnen, dass der Trainer beim einen oder anderen Verein vielleicht gar nicht gebraucht wird.“ Sobald die Ergebnisse nicht stimmten, werde häufig fast schon reflexartig der Trainer als schwächstes Glied ausgetauscht. „Es herrscht oftmals einfach sehr viel Nervosität und Hektik in diesem Geschäft. Dabei ist der Trainer weder im Erfolgsfall alleine dafür verantwortlich, noch im Misserfolgsfall.“

Um kontinuierlich arbeiten zu können, sei wichtig, dass man als Trainer die Rückendeckung von den Verantwortlichen im Verein hat. „Diese Rückendeckung hatte ich in den vergangenen Jahren in Heidenheim, das ist die Basis für mich, um erfolgreich arbeiten zu können.“

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