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Bundesliga: Relegation ohne Auswärtstorregel - Hamburger SV gegen Hertha BSC

Wichtige Änderung : Das ist neu in der Bundesliga-Relegation

In den Relegationsspielen zur Bundesliga und zur 2. Bundesliga geht es um Alles oder Nichts. Dabei gibt es in dieser Saison eine wichtige Änderung.

Für den 1. FC Heidenheim platze der erste Bundesliga-Aufstieg der Vereinshistorie auf brutale Art und Weise. Nur ein Tor fehlte letztlich für das große Ziel. So aber musste der FCH 2019/20 nach zwei Remis zuschauen, wie Werder Bremer den Klassenerhalt bejubelte – weil die Norddeutschen im Gegensatz zu Heidenheim Auswärtstore geschossen hatten.

„Was am meisten wehtut, ist, dass wir es nicht geschafft haben, obwohl wir kein Spiel verloren haben“, sagte FCH-Kapitän Marc Schnatterer nach dem 2:2 im Rückspiel (im Hinspiel gab es in Bremen ein 0:0): „Das ist brutal.“ Und auch Trainer Frank Schmidt konnte seinen Frust nicht verbergen, sprach von einer „mega“ Enttäuschung, „vor allem wie es zustande gekommen ist.“ Sein Rezept damals: „Das einzige, was jetzt hilft, ist sich richtig einen hinter die Binde kippen.“

Ein Jahr zuvor war Union Berlin aufgrund von zwei Auswärtstreffern erstmals in der Vereinsgeschichte in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Nach einem 2:2 im Hinspiel in Stuttgartz, reichte dem Zweitligist zu Hause ein 0:0.

Insgesamt drei Mal entschied seit Wiedereinführung der Relegation zur Saison 2008/09 die Auswärtstorregel darüber, wer in der Bundesliga mitspielen darf und wer nicht. Während Union den Aufstieg feierte, konnte sich neben Bremen auch der Hamburger SV (2014 gegen den Karlsruher SC) dank eines geschossenen Auswärtstores retten. Bei den Relegationsspielen zur 2. Bundesliga entschied in vier von zwölf Duellen die Regel, drei Mal profitierten dabei die Drittligisten.

+++ Kommentar: Mehr Spannung und Fairness: Die Abschaffung der Auswärtstorregel hat die K.-o.-Runde gerettet +++

Die Relegationsspiele zwischen Hertha BSC und dem HSV (Bundesliga-Relegation) sowie dem 1. FC Kaiserslautern und Dynamo Dresden (Zweitliga-Relegation) werden in diesem Jahr allerdings einen Gewinner hervorbringen müssen. Denn: Die Auswärtstorregel wurde abgeschafft. Steht es nach Hin- und Rückspiel Unentschieden, geht es in die Verlängerung und gegebenenfalls ins Elfmeterschießen. Die Regeln richten sich hier nach den Bestimmungen der Uefa, die die Auswärtstorregel vor der Saison abgeschafft hatte. Hier können Sie die Partie live im Free-TV sehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Auswärtstorregel in der Relegation nicht zur Anwendung bekommt. Bei den Relegationsspielen bis 1991 hatte es bei Torgleichheit nach Hin- und Rückspiel noch ein Entscheidungsspiel gegeben. Borussia Dortmund wäre 1986 sogar abgestiegen, wäre die Auswärtstorregel zur Anwendung gekommen: Der BVB verlor das Hinspiel bei Zweitligist Fortuna Köln mit 0:2, gewann zuhause mit 3:1 und setzte sich schließlich im Entscheidungsspiel mit 8:0 durch. Ebenfalls ein drittes Spiel gab es 1988 zwischen Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt, in dem sich Bundesligist Frankfurt rettete, und 1991. Damals stieg der FC St. Pauli aus der Bundesliga ab.

(old)